116
v. Sacken
des Sees betrug 1 Meile, die Breite ungefähr
eine Viertelmeile; die Trockenlegung fällt
aber jedenfalls in eine vorhistorische Zeit.
Dieser reizende Thalkessel, dessen
Vorhandensein der in der Ebene Wandernde
nicht vermuthet, da der Einblick
durch die vordere Hügelkette entzogen
wird, und der einen Sack bildet, also, dem
Verkehre entzogen, versteckt liegt, war
zwei Mal der Fundort sehr merkwürdiger
Bronzealterthümer, während die Abdachung
der Hügel gegen die Ebene hin, bei Rothengrub
interessante Gegenstände von
Bronze, zum Theil mit Goldblech überzogen,
den Nordendorfer Funden verwandt,
also ungefähr aus dem IV. Jahrhundert
unserer Zeitrechnung stammend, lieferte 1 ).
Schon vor mehr als dreissig Jahren
scheinen viele Bronzen der vorzüglichsten
Art gefunden worden zu sein; zwei Armbänder,
von denen unten die Rede sein
wird , kamen in das k. k. Antikencabinet,
Vieles dürfte verschleppt worden sein. Ein
Herr , der von Neustadt aus einen Ausflug
in diese Gegend machte, sah in einem
Bauernhause Kinder mit einem Bronzewerkzeuge
spielen; durch die seltsame und
elegante Form desselben angeregt, erwarb
er dasselbe nebst einigen kleinen Gegenständen,
diesämmtlich in denBesitz desk. k.
Legationsrathes Ernst Freih. v. Brenner
übergingen. Dieses kostbare Kinderspielzeug
ist der unter Fig. I etwas weniger als in halber
Grösse dargestellte, prachtvolle Dolch.
Die Klinge ist 111/ 2 Zoll lang, unten
2*/a Zoll breit, allmählig und mit einer
*) A. R. v. Frank im Archiv fiir Kunde österr. Geschichtsquelle». XII, 244.
JL