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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 49. Band, (Jahrgang 1865)

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v.  Sacken

und  der  allgemeine  Gebrauch  des  Erzes  statt  des  viel  zweckmässigeren
Eisens  einen  besonderen  Abschnitt  in  der  Culturgescbicbte  vieler  Völker ­
  bezeichnet  und  eine  bestimmte  Stufe  der  Civilisation  der  nördlichen ­
  Völkergruppe  repräsentirt.  Es  blieb  aber  immer  noch  zu  entscheiden, ­
  ob  die  Bronzen  auch  in  den  Ländern,  in  denen  sie  gefunden
werden,  verfertigt  wurden  —  eine  Annahme,  die  sich  allerdings  durch
ihre  Einfachheit  empfiehlt  —  oder  oh  die  Culturvölker  des  Südens  und
Ostens,  die  Phönizier,  Griechen,  Etrusker  sie  erzeugten  und  als
Handelsartikel  überall  hin  verbreiteten.  Die  Hypothese  der  einheimischen ­
  Fabrikation  blieb  einige  Zeit  unangefochten  stehen  und  die
verlockende  Ansicht,  die  Kelten  hätten  als  ein  metallkundiges  Volk
die  Bronzehereitung  aus  ihren  Ursitzen  mitgebracht,  und,  in  den
neuen  Ländern  angekommen,  sofort  in  Betrieb  gesetzt,  fand  allgemeinen ­
  Beifall;  der  orientalische  Charakter,  den  viele  der  Alterthümer
an  sich  tragen,  stimmte  hiermit  auch  vollkommen  überein,  sowie  ihre
weite  Verbreitung  nach  Osten,  da  man  den  uralten  Gebrauch  des
Kupfers  durch  Nordasien  bis  nach  Indien  und  China  verfolgen  kann.
Aber  weitere  Funde  in  Italien,  besonders  in  etruskischen  Gräbern,
welche  dieselben  oder  wenigstens  sehr  ähnliche  Gegenstände  enthalten, ­
  weisen  unläugbar  auf  eine  Abhängigkeit  unserer  heimischen
Bronzen  von  diesen  und  lassen  den  Zusammenhang  mit  ihnen,  besonders ­
  durch  die  Gemeinsamkeit  des  Styles,  wenigstens  in  seinen
Elementen,  nicht  verkennen.  Leider  sind  gerade  die  südlichen  Länder
in  Bezug  auf  diese  Gattung  von  Alterthümern  weniger  untersucht,  da
man  hier  gewohnt  war,  alles  was  nicht  Kunstwerk  oder  Schriftdenkmal
ist,  nicht  zu  beachten,  und  gerade  sie  könnten  den  richtigen  Weg  zeigen. ­
  So  drängt  der  Standpunct  der  Frage  immer  mehr  nach  richtiger
Bemessung  des  Antheiles,  welchen  Phönizier  und  Etrusker  an  den
über  die  transalpinischen  Länder  verbreiteten  Erzgeräthen  haben,  —
ob  sie  nur  die  Anregung  und  die  Muster  für  diese  hergaben,  die  Einwohner ­
  aber  dann  die  Fabrikation  erlernten  und  die  Masse  der
Gegenstände  herstellten,  oder  ob  sämmtliche  Objecte,  vielleicht  mit
geringer  Ausnahme  weniger  ganz  einfacher,  in  den  Werkstätten
Phöniziens  oder  Etruriens  gearbeitet  und  als  Waare  verhandelt  wurden;
denn  dass  diese  Länder  mit  dem  Norden  in  ausgebreiteten  Handelsverbindungen ­
  standen,  ist  sowohl  durch  schriftliche  Nachrichten,  als
durch  die  Verbreitung  des  Zinnes  aus  Britannien  und  des  Bernsteines
aus  den  Ostseeküsten  erwiesen.
            
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