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Roth von Sch reckenste i n
Bischöfen Konrad von Strasshnrg und Goitfried von Passau dem Grafen
ausgestellt worden sind !).
Somit war also dem Grafen Heinrich von Fürstenberg und allen
Seinen Nachkommen der reichslehenbare Besitz von Villingen gewährleistet.
Aber schon in der Zeit, welche zwischen die zu Boppard
gepflogenen Unterhandlungen und die , auf Grundlage der kurfürstlichen
Willbriefe, wirklich erfolgte Belehnung fällt, am 16. November
1282, am St. Othmarstag, war K. Biidolf persönlich anwesend,
als der Graf in Beisein vieler Edlen und Ritter seinen Söhnen in
Villingen den Ritterschlag ertheilen liess 2 ).
Im Jahre 1284 starb Graf Heinrich. Nunmehr fragte es sich,
wer ihm in Villingen als Herr der Stadt nachfolgen solle. Schon das
älteste Freiburger Stadtrecht von 1120 enthält die Bestimmung „ut
quicumque dominus postmodum eandem civitalem hereditario jure
possideret, eo decedente quisquis inter heredes ipsius senior extiterit,
dominium ejusdem civitatis obtineret“ 2 ). Es lässt sich vermuthen,
dass auch in Villiugen der gleiche Grundsatz Geltung hatte. Graf
Heinrich hinterliess fünf Söhne. Am 16. October 1284 verständigten
sich die Grafen Friedrich, Egino, Konrad und Gebhard mit ihren
lieben Bürgern der Stadt Villiugen, die sie von ihrem Vater geerbt
haben 4 ). Ihr Bruder Graf Heinrich ist in der Urkunde nicht genannt.
Derselbe war Johanniter.
Erstlich geloben sie eidlich der Stadt, von St. Walpurgenmesse
an über zwei Jahre 5 ), einen von ihnen vieren zum Herrn zu setzen.
*) Enthalten im Vidimus vom 30. Apr. 1321 F. Fürstenb. Arch. Die Urkunde des
Bischofs von Strassburg hat Kopp, Reichsgesch. 1, Beil. 16 gegeben. Vergl. auch
daselbst 1, 633, Note 2. Dem hochverdienten Forscher diene zur Nachricht, dass
sich seine 1. c. ausgesprochene Vermuthung bestätigt. Die Urkunde des Bischofs
von Passau stimmt mit derjenigen des Bischofs von Strassburg völlig überein, nur
wird Graf Heinrich in der ersteren nicht „fidelis noster“ genannt, da er von Passau
keine Lehen hotte. Münch 1, 282 hat, in seiner bekannten Weise, aus dem Bischöfe
von Passau einen Bischof von Padua, aus Colmar aber Cöln gemacht und den
Pfalzgrafen Ludwig, sehr künstlich, in zwei Personen zerlegt, nämlich in den
Pfalzgrafen Ludwig von Rheinbaiern (!) und den Kurfürsten Ludwig von der Pfalz.
2 ) Chron. Sindelf. apd. Böhmer, Font. 2, 466.
3 ) Schreiber, Urkb. der Stadt Freib. 1, 4.
4 ) Ze Villingen 1284 an St. Gallentag. Orig, im Archive der Stadt Villingen.
5 ) Ich bemerke gelegentlich, nach Vergleichung mehrerer Calendarien des 14. und
16. Jahrhunderts, dass St. Walpurgentag, in unserer Gegend, nicht am 1. Mai, sondern
am 2ö. Februar gefeiert wurde. Wie aber im 13. Jahrhundert?