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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 48. Band, (Jahrgang 1864)

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Dr.  Fr.  Müller,  Über  den  Ursprung  der  armenischen  Schrift.
Zend  Jy),  und  armen,  mit  dem  sasanidisehen  £  Zusammenhängen. ­

Aus  allem  diesem  geht  hervor,  dass  wir  die  eigentliche  Quelle
der  armenisch-georgischen  Schrift  in  einem  semitischen,  und  zwar
speciell  aramäischen  Alphabete  suchen  müssen,  vielleicht  in  eben
demselben,  dessen  sich  die  Perser  der  damaligen  Zeit  bedienten  und
auf  welches  auch  der  Ursprung  der  sasanidisehen  Pehlewi-Schrift
zu  beziehen  ist  *).  —  Dass  die  griechische  Schrift  —  abgesehen  von
dem  bereits  aus  den  einzelnen  Zeichen  geführten  Beweise  —  die
Quelle  des  armenischen  Alphabetes  nicht  sein  kann,  scheint  aus  den
oben  mitgetheilten  Notizen  (Moses  p.  496)  selbst  hervorzugehen  ;
da  die  Versuche,  welche  mit  der  griechischen  Schrift  gemacht  worden ­
  waren,  stets  misslangen.  Dagegen  scheint  die  Notiz  bei  Moses
p.  499  selbst  direct  daraufhinzuführen,  dass  die  aramäische  (assyrische) ­
  Schrift  die  Grundlage  des  von  Mesrop  erfundenen  Alphabets
bildet.  Mesrop’s  Verdienst  war  es  darnach,  die  aramäische
Consonantenschrift  zu  einer  reinen  Buchstabenschrift,
in  weicherConsonant  und  Vocal  gleichmässig  bezeichnet ­
  wurden,  nach  dem  Muster  der  griechischen  Schrift
umgebildet  zu  haben.
Zur  besseren  Übersicht  des  Ganzen  lasse  ich  auf  der  beigefügten ­
  Tafel  eine  Vergleichung  des  armenischen  Alphabetes  mit  dem
georgischen  folgen;  die  Zeichen  des  ersteren  sind  alten  Pergamentbruchstücken ­
  und  Palimpsesten,  welche  sich  im  Besitze  der  P.  P.
Mechitharisten  in  Wien  befinden,  entnommen.

i)  Lepsius  Standard  alphabet  S.  133  meint,  die  armenischen  Zeichen  seien  den
Uncialfiguren  der  griechischen  Schrift  entnommen,  was,  wie  wir  gesellen  bah$o,
unmöglich  ist.  —  Klaproth  (Apergu  de  l'origine  des  diverses  ecritures  de  l'ancicn
mondc,  Paris  1832.  8.  Abgedruckt  aus  der  Encyclopedie  moderne  von  Courtin  p.  69)
drückt  sich  über  diesen  Punct  sehr  unbestimmt  aus.  Es  heisst  dort:  Elle  fut  tiree  de
plusieurs  eignes  de  l'ancienne  ecriture  de  pags  (aber  welcher  ?)  joints  ä  d'untres
inventes  ensuite.  Fast  lächerlich  klingt  der  weitere  Zusatz  :  Deux  lettres  de  eet  alphabet
ont  du  rapport  avec  la  copte  ;  le  djhe  armenien  resscmble  au  2sl  djandja  coptc,  et
le  grand  (p  mien  armenien  au  grand  jp  mi  copte.  Ebenso  schwankend  ist  das,  was
U.  Ko  pp  in  seinem  trefflichen  Werke:  „Bilder  und  Schriften  der  Vorzeit“  II.
S.  362  ff.  bietet.
            
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