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Dr. Fr. Müller, Über den Ursprung der armenischen Schrift.
Zend Jy), und armen, mit dem sasanidisehen £ Zusammenhängen.
Aus allem diesem geht hervor, dass wir die eigentliche Quelle
der armenisch-georgischen Schrift in einem semitischen, und zwar
speciell aramäischen Alphabete suchen müssen, vielleicht in eben
demselben, dessen sich die Perser der damaligen Zeit bedienten und
auf welches auch der Ursprung der sasanidisehen Pehlewi-Schrift
zu beziehen ist *). — Dass die griechische Schrift — abgesehen von
dem bereits aus den einzelnen Zeichen geführten Beweise — die
Quelle des armenischen Alphabetes nicht sein kann, scheint aus den
oben mitgetheilten Notizen (Moses p. 496) selbst hervorzugehen ;
da die Versuche, welche mit der griechischen Schrift gemacht worden
waren, stets misslangen. Dagegen scheint die Notiz bei Moses
p. 499 selbst direct daraufhinzuführen, dass die aramäische (assyrische)
Schrift die Grundlage des von Mesrop erfundenen Alphabets
bildet. Mesrop’s Verdienst war es darnach, die aramäische
Consonantenschrift zu einer reinen Buchstabenschrift,
in weicherConsonant und Vocal gleichmässig bezeichnet
wurden, nach dem Muster der griechischen Schrift
umgebildet zu haben.
Zur besseren Übersicht des Ganzen lasse ich auf der beigefügten
Tafel eine Vergleichung des armenischen Alphabetes mit dem
georgischen folgen; die Zeichen des ersteren sind alten Pergamentbruchstücken
und Palimpsesten, welche sich im Besitze der P. P.
Mechitharisten in Wien befinden, entnommen.
i) Lepsius Standard alphabet S. 133 meint, die armenischen Zeichen seien den
Uncialfiguren der griechischen Schrift entnommen, was, wie wir gesellen bah$o,
unmöglich ist. — Klaproth (Apergu de l'origine des diverses ecritures de l'ancicn
mondc, Paris 1832. 8. Abgedruckt aus der Encyclopedie moderne von Courtin p. 69)
drückt sich über diesen Punct sehr unbestimmt aus. Es heisst dort: Elle fut tiree de
plusieurs eignes de l'ancienne ecriture de pags (aber welcher ?) joints ä d'untres
inventes ensuite. Fast lächerlich klingt der weitere Zusatz : Deux lettres de eet alphabet
ont du rapport avec la copte ; le djhe armenien resscmble au 2sl djandja coptc, et
le grand (p mien armenien au grand jp mi copte. Ebenso schwankend ist das, was
U. Ko pp in seinem trefflichen Werke: „Bilder und Schriften der Vorzeit“ II.
S. 362 ff. bietet.