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Dr. Fr. M ii 11er, Armeniaca.
IV. tl! IL. ['S- (ariug).
Das Wort bedeutet im Armenischen „Löwe“ und wenn ich
mich recht erinnere, wurde eine Erklärung desselben von Niemanden
noch versucht. Ich vergleiche es mit dem im Altbaktrischen vorkommenden
(raoza), das nach der Tradition durch Panther
übersetzt werden muss und von Spiegel (Übersetzung des Vendidad
VI. 103, S. 122) mit dem neupersischen jy (yoz) identificirt wird.
Vgl. kslv. päick , pardalis, das mit Verlust des Anlautes dem mongolischen
^ (bars), id. entspricht. Das neupersische jy (ydzj ist
wahrscheinlich durch Vermittlung einer altaischen Sprache, welche
das anlautende r wie y spricht, gebildet worden. Die Bedeutung
„Löwe“ liegt schon in dem koibalischen bares. Das .chinesische
CP“) a leopard, zeigt an seiner Betonung, dass der Auslaut
aus erweichtem d hervorging, so dass bares = napd-ahz — pxich
ist, vgl. Sanskrit fJÄT=Fi. Wir haben liier wieder einen Fall der
Übertragung eines Ausdruckes auf ein anderes ähnliches Thier. Als
Ausdruck für Panther begegnen wir im Armenischen dem Worte
jy.i.u.n-pjr (enCariuy), wörtlich „gefleckter Löwe“ (von Genit.
, eben so gebildet wie (enZupt) „geflecktes Kamel“
= Giraffe.
V. Ai'uty'ii ((uhij
Dieses Wort wird von Petermann (Grammatica linguae Armeniucae
23.) für semitisch gehalten, denn er vergleicht es mit dein
hebräischen jt (dag). Diese Vergleichung ist aber höchst ungenügend,
da einerseits i = d nicht einleuchtend ist und andererseits
(abgesehen von der Verschiebung des g, was bei Lehenwörtern nicht
geschieht) -u = a sich nicht nachweisen lässt. Nach diesem muss
die Form aus dem indogermanischen Sprachschätze erklärt werden.
In den eranischen Sprachen finde ich keinen verwandten Ausdruck,
wohl aber in dem zunächst verwandten Litauischen. Hier lautet
n ämlich der Ausdruck für Fisch zuvis (= zuv-is), woraus sich
die armenische Form inu/pj = Zov-alc-n ungezwungen erklärt.