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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 48. Band, (Jahrgang 1864)

Armeniaca.

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Dieses  Wort,  das  „Katze“  bedeutet,  stellt  Vullers  in  seinem
Lexicon  mit  dem  altindischen  vidäla  zusammen,  was  zwar  für  den
Anlaut  passt,  woraus  sich  aber  das  b  in  der  persischen  Form  nicht
erklären  lässt.  Spiegel  (in  Kuhn’s  Zeitschrift  für  vergleichende
SprachforschungXIII)  supponirt  für  eine  Form  vcirpcika,  die  mit
dem  lateinischen  vulpes  verwandt  sein  soll.  Diese  Ansicht  erweist
sich  aber,  sobald  man  die  zunächst  verwandte  Form  des  Armenischen
herbeizieht,  als  etwas  problematisch.  An  dieser  muss  auch  bei  Erklärung ­
  der  beiden  Formen  vor  allem  festgehalten  werden,  da  sich
durch  sie  ungezwungen  Verwandte  herbeiziehen  lassen.
Offenbar  entspricht  k'"-'Lr-  (ku[>b)  dem  altindischen  babhru,
vabhrn  „glänzend,  braun“  —  dann  „Ichneumon,  Biber“.  In  letzterer
Bedeutung  finden  wir  es  im  altslavischen  i;oi;py.,  im  litauischen
bebrns  und  unserem  „Biber“  wieder.  —  DieVeränderung  von  altem
lautendem  va  in  den  neueren  manischen  Sprachen  in  gu  ist  bekannt;
Anlass  zu  Bedenken  könnte  nur  das  armenische  £  im  Anlaute
geben.  —  Es  ist  aber  von  mir  bereits  anderwärts  durch  mehrere
Beispiele  erwiesen  worden,  dass  das  Armenische  nicht  nur  alte
Tönende  in  Stumme  verschiebt,  sondern  auch  jüngere,  erst  auf
•Iranischem  Boden  gebildete  (wie  ^  in  «).  Nebstdem  spricht  die
neupersische  Form  deutlich  dafür,  dass  hier  ein  g  im  Anlaute
vorhanden  gewesen  ist.
Zu  allem  diesem  passt  auch  die  Bedeutung  vortrefflich.  Es  ist
bekannt,  dass  Thiernamen,  die  insgesammt  das  Thier  nach  Farben
oder  anderen  in  die  Augen  fallenden  Eigenschaften  bezeichnen,
keineswegs  aber  nach  naturwissenschaftlichen  Merkmalen  geformt
sind,  oft  auf  andere  ähnliche  Gattungen  übertragen  werden.  —  Zu
einer  Übertragung  der  Bezeichnung:  „braun-glänzend“,  vom
Ichneumon  oder  der  Fischotter  auf  die  Katze  lag  der  Anlass  ganz
nahe.
Diese  Verwechslung  findet  in  einer  anderen,  nämlich  des  allen
im  Zend  vorkommenden  Wortes  (gadhwuj  ihre  passende
Parallele.  Dieses  Wort  wird  von  der  Tradition  durch  (kurbd)
„Bund“  übersetzt,  was  es  wohl  ursprünglich  auch  bedeutet  haben
mag.  Es  lässt  sich  jedoch  nicht  läugnen,  dass  das  armenische  £<««»,/<_
(katu)  dieselbe  Form  repräsentirt;  hier  bedeutet  es  aber  nicht
„Hund“,  sondern  „Katze“.  Vgl.  catus  und  catidns,  osm.  (kedi).
            
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