Geschichte Joseph’s in Aegypten.
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stehenden Wiener Handschrift zu ergänzen, die offenbaren Schreibfehler
zu beseitigen und da, wo der Sinn unklar und schwer verständlich
ist, einige Bemerkungen beizufügen. Der Text dieser Handschrift
weicht von jenem der Wiener, vorzüglich in Bezug auf die Lautlehre,
wesentlich ah und darf deshalb für eine fast selbständige Bearbeitung
gelten. Da er hei einer allfälligen Gesammtausgabe der Wiener Genesis
und Exodus, obwohl er älter ist, eben wegen dieser Verschiedenheit
und weil er nur einen Theil jener Dichtung umfasst, nicht an die Stelle
des Wiener Textes aufgenommen werden kann, und da die Geschichte
Joseph’s gewissermassen eine eigene Episode daraus bildet: hielt ich
es für angemessen, sie auch als solche zu bearbeiten und als selbständiges
Ganzes heraus zu geben.
Hierbei durfte ich den Hauptzweck, nämlich die Überlieferung
vollkommen getreu wiederzugeben, oder wo ich davon abwich, dies
stets leicht ersichtlich zu machen, nicht aus dem Auge verlieren. Deshalb
habe ich in den Text nur das, was nach der fast gleichzeitigen
Wiener Handschrift vom Schreiber offenbar übersehen wurde, aufgenommen
und in runde Klammern ( ), einiges das mir überflüssig
schien, in [ ] eingeschlossen, meine Ergänzungen und Verbesserungen
aber, welche ich für völlig sicher und nothwendig hielt, durch liegende
Schrift ausgezeichnet. Dadurch sollte das Ganze lesbar und
verständlich werden. Zu gleichem Behüte fügte ich noch manches Andere
hinzu, was mir mittlerweile aufgestossen ist, und was als ein
nicht unwichtiger Nachtrag zu meiner Ausgabe der Genesis und Exodus
gelten kann. Auch erlaubte ich mir, bisher nicht oder wenig bekannte
Wörter, Formen oder Redensarten, oder ähnliche Erscheinungen und
Ausnahmen in Bezug auf die Grammatik und Sprache dieser älteren
Zeit mitzutheilen, und glaube dass diese Zugaben für Manche nicht
unwillkommen sein werden.
Gehen wir auf die Originale zurück, so zeigt sich, dass
die Schreiber beider Handschriften aus einer noch älteren Quelle, als
jene ist, welche ich in meiner Einleitung zur Genesis u. Ex. mit X
bezeichnete, geschöpft haben. Dass dies der Fall sei, geht meines
Erachtens daraus hervor, dass sowohl W als Vin mehreren Stellen,
auf welche ich in den Anmerkungen zu 26, 224, 286, 305, 438,
601 hingewiesen habe, offenbar die ganz gleichen Fehler haben,
welche nur dadurch entstanden sein können, dass X, woraus F’unmittelbar,
W aber mittelbar hervorgegangen ist, dieselben ebenfalls schon
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