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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 48. Band, (Jahrgang 1864)

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,T.  Diener

den,  heben  die  Möglichkeit,  dass  auch  der  Gloube  ursprünglich  rein
mhd.  gedichtet  worden  sei,  nicht  auf.  Fügt  man  die  grosse  Aehnlichlceit
  desselben  m  it  der  Litanei  im  Geiste  und  in  der  Behandlung,
überall  ganz  in  jenem  altern  Sinne,  dann  den  äusseren  Zusammenhang, ­
  der  sich  auffallenderweise  auch  in  den  Ildss.  darstellt  hinzu;
so  wird  es  gerechtfertigt  erscheinen,  wenn  man,  wie  liier,  selbst
auf  solche  kleinere  Umstände  aufmerksam  macht,  welche  vereinigt
zur  sichern  Entscheidung  über  diese  blosse  Vermutung  vielleicht
wesentlich  beitragen  können.
1178.  diu  helle  sich  induchet;  W.  verbessert  wieder  den  Reim  und  setzt
intlücliet:  verswilchet;  vgl.  über  endlichen  zu  307.
1181.  faizet,  ahd.  Form  für  das  mhd.  feizt  in  W.
1183  —  83.  Diese  Verse  sind  in  allen  drei  Ildss.  unklar  und  insbesondere ­
  sagt  die  Stelle  daz  nach  dem  prote  sol  gen  gerade  das  Gegentlieil
  von  dem,  was  durch  die  vorhergehende  Zeile  angedeutet
wird,  nämlich  dass  er  Ueberfluss  an  Brot  oder  an  allen  Dingen  erhalten ­
  habe,  und  nun  soll  er  nach  dem  prote  gen,ivas  eigentlich
heisst:  er  soll  sein  Brot  suchen  oder  um  Brot  betteln  gehen,  d.  li.
in  grösster  Armuth  leben,  (vgl.  hierüber  Fedor  Bech  in  Pfeiffer's
Germania  7,  293J  und  doch  damit  wieder  den  Königen  dienen-.
Äser,  pinguis  panis  ejus  et  prabebit  delicias  regibus  Moses  1,
49,  20.  Ich  glaube,  dass  nach  der  Auslegung  dieser  Stelle  bei  den
Kirchenvätern  und  nachdem  ovh  im  V.  1183  er  bezeichenet  ouli
Christ,  hier  ein  Paar  Verse  fehlen,  welche  bereits  eine  Hindeutung
auf  Christus  enthielten.  Dies  zeigt  auch  Isidorus  Hispal.  in  Genesim,
  cap.  XXXI,  wo  es  heisst:  Äser,  cujus  nomen  significat  divitias,
  idem  Christus  est,  cujus  est  altitudo  divitiarum  ,  sapientias
et  scientia;,  qui  propter  nos  factus  est  pauper  cum  dives
esset,  Cujus  panis  pinguis  factus  est:  caro  scilicet  ejus,  qua;
est  esca  sanctorum;  quam  si  quis  manducaverit,  non  morietur
in  aeternum.  Die  ganze  Stelle  mag  etwa  so  gelautet  haben:  Do
er  ime  gab  prötes  genuoch,  du  het  er  alles  diuges  ubcrlluoz;
(daz  bezeichenet  Christ,  der  da  wise  unde  almehtic  ist,  der
durch  uns  hie  en  erde  ehom  unde  die  mennischheit  an
sich  genam),  daz  er  nach  dem  prote  sol  gen,  daz  mege  wir  da
bi  virsten.  daz  er  chot,  den  chunigen  ze  llize  soltc  dinen,
bezeichenet  ouh  Christ,  der  himeliskez  pröt  ist,  äne  daz
niman  (also  selbst  die  Könige  nicht)  mac  genesen,  der  sin
            
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