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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 48. Band, (Jahrgang 1864)

Dii*  Geschichte  Joseph’s  in  Aegypten.

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1598  ff.  Da  sceidet  sich  diu  helewe  (toii  dem  chorne),  diu  güten
ze  der  zesewen,  daz  sint  die  genesen,  di  ubelen  ze  der  winsteren.
  Vom  jüngsten  Gericht  Ava  Diemer  289,  1—4.Über  schichen
vgl.dasmhd.Wtb.il,  2,  118  ff.  Diese  fastwörtliche  Übereinstimmung ­
  der  beiden  Stellen  im  verlornen  Sohn  und  in  der  Ava  mit
dem  Glauben  scheint  denn  doch  nicht  so  ganz  zufällig  zu  sein,
wenn  man  berücksichtigt,  dass  in  Hartmann’s  Glouben  1634—41
ausdrücklich  auf  ein  Gedicht  vom  jüngsten  Gerichte  hingewiesen
wird  (wände  wir  hie  vore  haben  geredet  .  .  .  wi  iz  dan  alliz  sol
cliomen  zo  dem  grozen  urteile  etc.j,  welches  entweder  er  oder,
da  er  stets  in  der  vielfachen  Zahl  (wir)  spricht,  Ava  und  ihre  beiden ­
  Söhne  verfasst  haben  durften.  Es  wäre  da  wohl  natürlich,  dass
einzelne  Verse  davon  in  Hartmann’s  Glauben  nachklingen.  Ferner
findet  sich  bei  der  Ava  noch  eine  andere  directe  Beziehung  auf  die
Rede  vom  Glouben,  nämlich  in  der  Stelle  von  der  Maria  Magdal.
Diem.  243,  6  bis  245,  6,  wo  sie  sich  ausdrücklich  (F.  243,  10
alse  iz  an  der  rede  chut)  auf  eine  gleichartige  Geschichte  beruft,
welche  nur  die  im  Gloub.  2115  —  2207,  sein  kann,  indem  es  keine
andere  gibt  und  beide  Bearbeitungen  einander  in  vieler  Beziehung
ähnlich  sind,  obwohl  diese  sowohl  in  Reim  als  Sprache  bedeutend
jünger  scheint.  Derartige  Beziehungen  setzen  doch  jedenfalls  eine
nähere  Vertrautheit  mit  dem  Gedichte  selbst  voraus;  diese  würde
aber  schwerlich  um  jene  Zeit,  in  der  Ava  dichtete,  vorhanden  gewesen ­
  sein,  wenn  diu  rede  vom  Glauben  ursprünglich  mitteldeutsch,
oder  am  Mittel-Rhein  gedichtet  worden  wäre.  Derlei  Berührungspunkte ­
  finden  sich  bei  ihr  stets  nur  in  dem  Kreise  der  heimatlichen
Dichtungen  Oesterreichs,  was  auch  allein  das  natürliche  ist.  Ich
will  auf  meiner  Ansicht  von  den  beiden  Söhnen  der  Ava  durchaus
nicht  bestehen;  ja  ich  habe  den  Prälaten  Hartmann  bereits  gänzlich ­
  aufgegeben,  ob  aber  der  'arme  Hartmann’  wegen  der  etlichen
rein  mitteldeutschen  Reime  wisheit:  zegeit,  arbeit:  steit,  denn
alles  Andere  lässt  sich  wie  in  der  Litanei  sehr  leicht  auf  das  Mild,
zurückführen,  bei  der  grossen  Reimfreiheit  dieser  ällcrn  Zeit,  nicht
noch  zu  retten  sei,  ist  eine  andere  Frage.  Die  Erscheinungen,  welche ­
  uns  in  den  Umarbeitungen  älterer  Texte,  wie  in  der  Genesis
und  Exodus,  in  Heinrich’s  Litanei  und  der  Kaiserchronik,  im  Rolands- ­
  und  ganz  besonders  im  Alex  anderliede  entgegen  treten,  und
zeigen,  wie  die  Urtexte  oft  bis  zur  Unkenntlichkeit  verändert  wer-2ü
  *
            
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