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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 48. Band, (Jahrgang 1864)

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J.  D  i  e  m  e  r

Denkmale,  das  uns  entweder  gar  nicht,oder  nicht  ganz  erhalten  ist,
gesellig}ft  haben;  vielleicht  aus  dem  Friedberger  Christ  und  Antichrist; ­
  vgl.  Müllenhoff  und  Scherer  s  Denkmäler  73  ff.
1090.  ff.  er  für  mit  lewen  chrefte  die  helle  brechen.  Die  Höllenfahrt
Christi  wird  in  den  altdeutschen  Dichtungen  meistens  ganz  nach  den
Apocryplien  des  N.  T.  behandelt.  Da  die  Beziehungen  hierauf  so
häufig  und  in  den  verschiedensten  Formen  wiederkehren,  und  wohl
wenige  Leser  eine  klare  Vorstellung  davon  haben  dürften,  wie  man
sich  im  Mittelalter  den  ganzen  Vorgang  dachte;  so  dürften  ein
Paar  Hauptstellen  hierüber  nicht  unwillkommen  sein.  Vgl.  Rudolph
Hoff  mann,  das  Leben  Jesu  nach  den  Apocryplien.  Leipzig,  Voigt,
1831,  S.  419  ff.  Es  heisst  da  •§..  98.  Da  nun  der  Satan  und  der
Hades  so  mit  einander  sprachen,  erscholl  eine  starke  Stimme  wie
Donner  und  sprach  :  Thut  auf  eure  Thore,  ihr  Fürsten,  thut  euch
auf,  ewige  Pforten,  der  König  der  Herrlichkeit  will  einziehen.  Und
wie  es  der  Hades  hörte,  sprach  er  zum  Satan:  Geh  hinaus,  wenn
du  es  vermagst,  und  stelle  dich  ihm  entgegen.  Da  ging  der  Satan
hinaus,  und  darnach  sprach  der  Hades  zu  seinen  Geistern:  Macht
fest  und  stark  die  ehernen  Thore  und.  legt  an  die  eisernen  Riegel
und  meine  Schlösser,  und  habt  Alle  Acht  und  steht  gerade.  Denn
er  kommt  herein,  wehe,  dann  nimmt  er  uns.  Als  das  die  Vorväter
hörten,  f  ugen  sie  an  alle  wider  ihn  aufzutreten,  und  sprachen:  Allfresser, ­
  unersättlicher  Hades,  öffne,  damit  der  König  der  Herrlichkeit ­
  einziehe  !  Und  David  der  Prophet  sprach  :  Blinder,  weisst  du
nicht,  dass  ich,  da  ich  noch  auf  Erden  war,  diesen  Ruf  geweissagt
habe:  Öffnet  die  Thore,  ihr  Fürsten  !  Und  Jesaias  sprach:  da  ich
das  voraus  sah,  schrieb  ich  getrieben  vom  li.  Geiste,  die  Todten
werden  auferstehen,  und  es  werden  auferweckt  werden  die  in  den
Gräbern  und  es  werden  frohlocken  die  in  der  Erde.  Und  also  :  Tod,
wo  ist  dein  Stachel,  Hölle  wo  ist  dein  Sieg?  Und  wiederum  erscholl
eine  Stimme:  Thut  auf  eure  Thore  !  Da  nun  der  Hades  zum  zweiten
Mal  die  Stimme  hörte,  antwortete  er,  als  ob  er  es  nicht  verstünde:
Wer  ist  dieser  König  der  Herrlichkeit?  Da  sprachen  die  Engel  des
Herrn:  Es  ist  der  Herr  stark  und  mächtig,  der  Herr  mächtig  im
Streit.  Und  kaum  ivar  dies  Wort  gesprochen,  da  zerkrachten  die
ehernen  Thore  und  die  eisernen  Riegel  wurden  zermalmt  und  alle
die  gebundenen  Todten  wurden  los  von  ihren  Fesseln  .  .  .  Und  es
zog  ein  der  König  der  Herrlichkeit  in  Menschengestalt  und  alle
            
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