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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 48. Band, (Jahrgang 1864)

Geschichte  Joseph’s  in  Aegypten.

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704.  intwichen:  stunden  reimt  nicht,  vielleicht  ist  zu  lesen  er  hiz  intwiehen
  di  chunden  di  da  Yore  ime  stunden.
70a.  der  sähe  sin  (Joseph’s)  ungebäre.  W.  ändert  diese  Stelle  und  setzt
der  sähe  ir  gebäre  nämlich  der  Brüder.  Für  die  erste  Lesart  lässt
sich  geltend  machen,  dass  Joseph  sich  nach  der  ergreifenden  Rede
Juda’s  in  der  nur  zur  Prüfung  seiner  Brüder  bisher  gespielten  Rolle
nicht  länger  behaupten  und  die  Gefühle  seines  Herzens  nicht  mehr
unterdrücken  konnte,  wesshalb  der  Vf.  mit  Grund  voraussetzt,  dass
er  im  Uebermass  der  Freude  seine  feste  Haltung  verlieren  und  durch
sin  ungebäre  sich  vor  den  Bekannten,  d.  i.  vor  den  Aegyptern  bloss
stellen  könnte.
706.  wie  si  sich  manten;  K.  98,  18  so  sie  einander  bechanten  und  gewizzenlichen
  maneten.  Aus  dieser  Stelle  geht  hervor,  dass  schon
der  Umarbeiter  von  K.  das  manten  nicht  mehr  verstand,  weil  er  es
mit  inanen  verwechselte.  Es  ist  dies  ein  Beweis  von  der  Seltenheit
dieses  Präteritums  schon  in  jener  Zeit,  manten  ist  aus  dem  ahd.
mandjan,  sich  freuen,  durch  Rückumlaut  entstanden,  was  aus  dem
Subst.  fern,  diu  mandunge  776,  916  hervorgeht;  der  Infinitiv  lautet
selbst  ahd.  immer  nur  menden,  und  das  Prät.  manten  kommtim  Ahd.
nur  im  Notker  dreimal,  im  Mhd.  aber  sonst  gar  nie  vor.  Vgl.  Graff’s
Spr.  2,  808  und  mhd.  Wtb.  II.  1,  52.  Ja  selbst  die  Trierer  Psalmen
96,  9  bei  Graff  S.  452  haben  dafür  nur:  unde  mendeden  sich  di
totliere  Jude,  nach  dem  ahd.  Subst.  mendi,  das  schon  bei  Notker
vorkommt,  dä  wart  fol  mendi  unte  freuui  unser  munt  Psalm.  125,
2.  die  mit  tränen  sähent,  die  arnönt  mit  mendi  ebda,  125,  6.  Ein
Adj.  mendich  findet  sich  im  Wiener  h.  Liede:  ir  sele  treget  in  ire
ein  mendich  wunnesanch  z’allen  ziten  85,  28.
710.  nune  furhtet  eu  niht,  ebso.  717;  nine  furhte  dir  807;  do  ne
forhten  si  in  (Dat.  pl.)  mere  745.  -—ich  pin  iz  Josep  und  715  er
chot,  iz  Josep  wäre;  vgl.  hierüber  Gramm.  4,  222,  wo  nach
Gramm.  4,  210  daz  er  ausgelassen  ist,  und  das  mhd.  Wtb.  1,  436.
712.  odir  wilch  si  sin  geliabe,  W.  welich  si  sin  hebe:  lebe,  wilch  =-dem
  ahd.  wiolih,  wielih,  welich,  welch,  vgl.  Diem.  zu  62,  29.  gehabe,
  stf.  Befinden,  könnte  des  besseren  Reimes  wegen  in  gehebe
verändert  werden,  namentlich  da  731  gehebe,  802  geliehen  steht>
allein  738  findet  sich  ganz  derselbe  Reim  lebe:  geliabe,  sich  befinden, ­
  so  dass  diese  nahe  liegende  Verbesserung  kaum  nöthig
scheint.
            
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