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,T. D i e m e r
' reitzeug’ zu verstehen sei, scheint mir nicht genügend. Ich glaube,
dass die beiden zur Begründung dieser letztem Ansicht angeführten
Stellen nicht entscheidend sind, und vielleicht eher den allmählichen
Übergang der ahd. Bedeutung des Wortes gereite als biga:, quadrigoe
in jene von Reitzeug des Mlul. zeigen; denn die Stelle Fdgb.
2, 100, 32 iz (das Heer) ne vuorte schilt noh daz swert, noh
die hutten noh gezelt, heim noh die brnnne, neheiner riterscephte
wunne in rossen noh in mülen, in gereiten vile tiuren,
noh den scaft noli den bogen . . . liefert eigentlich den Gegensatz
des Heeres der Frösche mit jenem Pharao’s, das später Exod. D.
160, 3 ff. ausführlich beschrieben wird und wo die selis hundert
reitwagene, die wären wol geladene der vil snellen helede eine
bedeutende Rolle spielen und meiner Ansicht nach kaum etwas anders
sind als die gereite vil tiuren der obigen Stelle. Der Umarbeiter in
K. 137, 19 scheint jedoch selbe wenigstens hier nicht in diesem
Sinne aufgefasst zu haben, wesshalb er auch den Plural in den Sing, in
gereite vil tiurem ändert und damit die Bedeutung des gereite als
Reitzeug, Pferdeausrüstung als der um seine Zeit schon beginnenden
im Auge haben mochte, obwohl ihm die ahd. noch gut bekannt war, wie
die Par alleistelle zu unser er offenbar zeigt. Er gebrauchte also, wie ich
glaube, das Wort gereite in K. 86, 27 er hiez in setzen üf sin
gereite noch in der ahd., in jener S. 137, 19 aber bereits in der
mhd. Bedeutung, xvas in dieser Übergangszeit vom Ahd. in das Mild,
ganz gut möglich war.
Ein anderes Wort, das in diesem Doppelverse seines eigenthümlichen
Gebrauches wegen merkwürdig ist, ist sitzen, bei dem ich
zu Genes, u. Exod. 8, 34 nebst der gewöhnlichen intransitiven auch
eine obwohl sehr seltene transitive Bedeutung vermuthete. Bartsch
und Fed. ßech stellten dieselbe in Pfeiffer’s Germ. 8, 249 und 470
in Abrede, worauf ich am angef. 0. 8, 483 noch weitere Belege
für meine Ansicht beibrachte. Auch in diesem Verse er hiz in
sitzen üf sin gereite unde after der hure leiten glaube ich
einen neuen Beweis für meine Meinung zu finden, denn der Accusativ
in bezieht sich hier nicht auf hiez allein, sondern auf beide Verba
sitzen und leiten, es heisst also: er befahl, ihn zu setzen und zu
leiten, nicht aber: er befahl ihn, sich zu setzen. Dass hier sitzen in
gleicher Bedeutung mit setzen gebraucht wird, zeigen auch die fast
gleichzeitigen Parallelstellen in W. er hiez in setzen . . . und ebenso