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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 48. Band, (Jahrgang 1864)

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J.  Diemer

die  Rede  und  nur  des  Königs  Gnade  war  es,  die  dem  Mundschenk
wieder  zu  Theil  wurde.  Vielleicht  wird  in  der  Bedeutung  dieses
Wortes  gleich  die  häufige  Folge  einer  gerichtlichen  Verhandlung
anticipiert,  so  dass  es  auch  '  frei  werden  bedeutet,  was  sowohl  hier
als  in  den  zwei  anderen  bezeichneten  Stellen  recht  gut  passt.  Aber
auch  die  erste  Bedeutung  'mit  Freude  und  Zuversicht  erwarten  passt
nicht,  wenn  man  sie  nicht  weiter  ausdehnt,  allenfalls'  glücklich  sein  oder
werden  .  Das  Wort  verdiente  noch  eine  eingehendere  Untersuchung.
So  scheint  z.  B.  gedinge  in  den  beiden  Stellen  Ang.  12,74.28,48.
keineswegs  Hoffnung’  sondern  'Freiheit’  zu  bedeuten_  So  heisst  es
dfne  tugende  seiden  dir  wol  gedingen  Roland  290,  1.  vgl.  auch
30,  21.  30,  23.  70,  16.  26.  149,  26.  306,  9.  43,  17.  132,
4.  133,  6.  143,  14.  149,  6.
234.  Beide  Reime  Hessen  sich  leicht  verbessern:  du  bütest  ime  den  pechäre,
  also  du  e  gewon  wäre;  oder  den  pecliäre  du  ime  Lutest,
also  du  e  spulgtest.
233.  Den  zweiten  Vers  könnte  man  lesen  so  du  an  dem  gewalte  sizzest.
237.  Statt  vircoufet  würde  gerucket  besser  auf  inzuccliet  reimen.
241.  lautete  besser  deme  luinige  du  rate:  genäile.
243.  Statt  ersheidan:  nam  würde  besser  reimen  ersheinan.
248.  W.  unt  daz  die.  Auch  in  V.  würde  die  Einschaltung  des  daz  zur
grösseren  Deutlichkeit  beitragen;  im  zweiten  Verse  lies  besser  daz
si  sin  nilit.  Ein  seltenes  Compositum  von  vogel  ist  spilevogel,  ein
Vogel,  der  spielt,  oder  mit  dem  man  spielt,  oder  ein  Mensch  mit  dem
man  sein  Spiel,  seinen  Scherz  oder  Spott  treibt;  er  was  rekte,  als
men  sprichet,  der  Hute  spilevogel  Predigtnüirlein,  herausg.  von
Pfeiffer  in  der  Germ.  3,  429,  17.
249.  ach  ach,  dieser  verdoppelte  Ausruf  des  Schmerzes  findet  sich  selten;
ah  ah  denne,  so  chomint  si  danne  Merigarto  Uoffm.  Fdgb.  2,  4,
34.  ah  ah  diz  mac  wol  sin  vil  harte  guotspise  Grimm’s  Sendsehr.
Reinh.  648.  ach  ach  diu  vil  sieche  Isöt  Ulrich’s  v.  Türheim  Tristan,
Massm.  333,  20.  ach  und  ach,  du  tummer  ley,  waz  hast  du  an
mir  gerochen?  Elblin  v.  Eselberg,  herausg.  von  Adalb.  von  Keller
230.  ach  ach  und  aber  owe  Martina  136,  57.  163,  39.  vgl.
Gramm.  3,  295.  Die  verstärkte  Form  von  ach  ist  och,  vgl.  mhd.
Wlb.  II,  1,  430.  Dieses  och  dürfte  dem  bisher  unerklärten  Worte
ioggen  im  Buche  der  Rügen  741  zu  Grunde  liegen,  indem  davon
wie  bei  ach  ein  Verbum  ochen  in  der  Bedeutung  von  seufzen,  weh-
            
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