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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 48. Band, (Jahrgang 1864)

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.1.  D  i  e  m  e  i*

von  W.  Wacker  nag  el  in  Haupt's  Zeitlich.  7,  140  für  seine  Behauptung
gellend  gemachte  trünne,  agmen,  grex,  spricht  meiner  Meinung  nach
gerade  dagegen,  denn  trunne  stammt  offenbar  von  trennen  und  heisst
das  Vereinigte,  Gesammelte,  nicht  aber  das  Zerstreute.  Daher  der
Abtrünnige  nirgends  als  der  trunne,  sondern  immer  als  entranne  oder
als  abetrunnec  erscheint.  Die  Bedeutung  des  Subst.  drunnege  als
Zwiespalt  in  der  Elisabeth  wird  beiGraff  selbst  bezweifelt  und  meiner
Ansicht  nach,  nicht  mit  Unrecht.  Gehen  wir  auf  unser  trän  zurück,  so
glaube  ich,  dass  entweder  mit  W.  auch  entran  zu  lesen  ist,  oder  dass,
weil  Sinn  und  Vers  gleich  mangelhaft  sind,  hier  ein  Wort  fehlt.
Putiphar’s  Frau  eilte  auf  Joseph  zu,  V.  157,  ergriff  ihn,  apprehensa
lacinia  vestimenti  ejus  dixit:  dormi  meeum  Mos.  1,  19,  12,  er
aber  machte  sich  von  ihren  Händen  oder  Armen  los,  sie  erfasste  ihn
dann  bei  dem  Mantel,  den  er  ihr  zurückliess.  Es  dürfte  daher
ursprünglich  geheissen  haben:  Also  er  ir  armen  entran,  woraus  der
Abschreiber  er  ir  trän  machte,  indem  er  armen  übersah.  Wir  hätten,
wenn  diese  Vermuthing  nicht  zu  gewagt  erscheint,  hier  also  einen
ähnlichen  Fall  mit  den  oben  besprochenen,  ivas  auch  das  trän  am
einfachsten  erklärt,  daz  lachen,  ebenso  187.  191.  1050.  1078.
1080.  stn.  Lacken,  Tuch.
181.  si  hat  si  ire  hören,  vgl.  zu  25.
183.  vvolte  mich  honen  reimt  nothdürftig  auf  loufen,  auch  kommt  honen
180  vor  und  passt  daher  oben  nicht  gut;  denn  das  honen  sollte  nur
als  das  Ende  und  als  der  Hauptzweck  Joseph's  erscheinen.  Mankönnte
besser  und  ohne  viel  zu  ändern  zerraufen,  zerzausen,  setzen,  allein
ich  finde  es  in  dieser  Bedeutung  selten,  vgl.  mlul.  Wtb.  II,  1,  775  a,
auch  genügt  mir  selbe  nicht  recht;  besser,jedoch  mitmehr  Änderungen
verbunden,  wäre  der  ane  mich  wolte  loufen,  min  gewant  abestroufen
  oder  ahesloufen  im  Gegensätze  zu  ane  sloufen;  nnde  ez  (daz
kint)  anesloufet  mit  christenlicheme  kleide  Vater  unser  von  Krolewitz
  301  und  391.
187.  Der  erste  Vers  ist  im  Vergleich  zum  zweiten  zu  kurz,  man  könnte
setzen  als  ich  röz  unde  rief,  oder  rief  unde  röz:  liz.
191.  lachen:  gesprochen  reimt  zwar  hinreichend  gut,  besser  wäre  jedoch
rachen,  vgl.  mhd.  Wtb.  II,  1  ,  547,  45.  oder  nach  W.  dawidere
sprächen,  welches  Wort  auch  V.  04  vorkommt.
195.  W.  verbessert  daz  si  so  verriet  den  armen,  was  nicht  so  gut  hieher
passt,  als  q  u  elfen,  das  sich  auf  das  Leiden  Joseph’s  im  Kerker  bezieht.
            
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