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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 48. Band, (Jahrgang 1864)

350

J.  D  i  e  m  e  r

IS9.  W.  (lullt  in;  V.  hat  noch  den  Dativ  diihte  im,  der  nur  im  Ahd.
vorkommt.
1G1.  der  steht  hier  nach  ahd.  Art  für  deme  der.
162.  swi  ich  wäre  sin  scalch,  der  mir  allez  sin  g'iiot  bevalch,  dass  ich
gegen  ihn,  der  mich  gekauft  hatte,  eine  solche  Treulosigkeit  beginge,
obgleich  (oder  ungeachtet)  ich  sein  Diener  bin,  dem  er  all  sein  Gut
anvertraute  und  der  von  all’  dem,  ivas  er  besass,  keine  Kenntniss
hatte,  sondern  nur  von  so  viel,  als  ich  ihm  geben  will,  da  ich  alles
unter  mir  habe.
164.  Lies  besser  ni  war  also  vil.
165.  Lies  ich  walte  sin  alles.
169.  170.  Diese  zwei  Zeilen  scheinen  verderbt,  gescali:  vant  ist  noch
möglich,  kaum  aber  werelies:  bedorfte.  Man  könnte  lesen:  daz  si
in  einen  sach,  ich  ne  waiz  waz  er  worbte,  da  er  nimannes  zuo
bedorfte.
175.  nebein  ente,  adverbialiter,  auf  keine  Weise,  wie  manigen  ende,
hie  und  da,  auf  mancherlei  Art,  vgl.  zur  Gehugde  445.
177.  Ganz  gleich  heisst  es  bei  Diem.  34,  21  sinen  wech  er  danne  zöh.
178.  Also  er  ir  trän,  W.  also  er  ire  intran.  trän  ist  wohl  ein  Schreibfehler ­
  für  entran.  Ein  stv.  trinnen,  trinne,  trän,  trunnen  ist  noch
nicht  mit  Sicherheit  nachgewiesen.  Es  soll  nach  Gramm.  1  ,  940
jungo,  concurro,  nach  Gramm.  2,35  congregare,segregare?  heissen.
Ich  möchte  glauben,  dass  Grimm  Recht  hat,  wenn  er  zur  letzteren  Bedeutung ­
  ein  Fragezeichen  setzt,  denn  trinnen  vereinigen,  ist  doch  das
Gegentheil  von  entrinnen,  zerstreuen,  entwischen.  Die  Belege  für
die  Bedeutung  von  trinnen  als  '  auseinander  gehen,  absondern  ’  kommen ­
  mir  nicht  so  entscheidend  vor,  als  sie  auf  dem  ersten  Blick  erscheinen. ­
  Dahin  gehören  vor  allen  die  Stellen  Diem.  350  ,  19  di  ir
herren  wären  strunnen  (=  trunnen)  und  jene  ebenda  350,  28  die
sint  ire  herren  trunnen  ;  dazu  kann  man  noch  fügen  :  so  wart
Dario  chunt  mit  (1.  von)  einem  der  vone  tyren  trän  Alex.  D.
211  ,  27.  Man  beachte  aber  den  keineswegs  gleichgiltigen  Umstand,
dass  in  der  Kaiserch.  D.,  welche  19  ,  27  bis  20  ,  23  die  ganze
Stelle  aus  dem  Lobliede  v.  h.  Geist  von  S.  349,  20  bis  350,  24  fast
wörtlich  entlehnte,  nicht  si  waren  trunnen,  sondern  entrwenen  (7.  enttrunnen)
  steht  imd  dass  die  Heidelb.  Hds.  V.  645  und  mit  ihr  die
meisten  anderen  ebenfallsnur  entrunnenhaben.  Auch  Wernh.  Marienl.
dessen  Vf.  das  Gedicht  v.  li.  Geist  ebenfalls  benützte,  wie  Fdgb.
            
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