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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 48. Band, (Jahrgang 1864)

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J.  Diemer

man  der  bösen  dinge  lange  bete  gespulget  Leyser  Pred.  64,  39;
als  diu  werlt  spulget  ebenda  131,  7;  Swer  die  sunde  lezit  die  er
spulget  ze  tuone  ebenda  133,  29;  Martina  38,  09;  146,  00;  sine
frowe  spulgete  andere  manne  Predigtniärlein  her  mag.  von  Pfeiffer
Germ.  3,  423  und  31;  ir  spulget  zu  släfend  ebenda  424,  12;  si
spulget  einer  missetät  der  man  vH  wol  enbsere  Troj.  Kr.  2230;
daz  ich  so  lielifer  elärheit  hau  gespulget  aldä  her  ebenda  22,033;
mit  dem  getregede,  des  gerne  spulgent  megede  ebenda  28,289.
0.  daz  täten  der  diwe  harn.  Diese  Stelle  bezieht  sich  auf  W.  31,  21  ff.
d.  i.  auf  die  Kinder  der  Hagar,  die  Ismaheliten,  welche,  wie  bekannt, ­
  ausarteten  und  als  chaltsmide  oder  Kreimer  die  Leute  betrogen;
vgl.  hierzu  Angenge  22,  39—83.
7.  sagete:  habete;  es  ist  nicht  unwahrscheinlich,  dass  ursprünglich
die  volle  ahd.  Form  sageta:  liabeta  wie  in  IV.  16,  17  gestanden
hat,  denn  nie  erscheint  die  mhd.  sagte:  bäte;  vgl.  483;  389;  740;
846;  1061;  1201;  1290  und  ähnliche  234;  382;  387;  1321.
8.  gechelle  zu  challen,  swv.  lange  und  laut  sprechen;  ahd.  gechalle,
Geschwätz  ;  vgl.  Gr  aff,  Psalmen,  Pag.  39,  Note.
9.  dö  geswicte  er  :  mere.  Der  Vers  ist  zu  kurz,  auch  der  Reim,
obwohl  nach  ähnlichen  Beispielen  mere:  brüder  639  und  663  jär:
hunger  719,  noch  zulässlich,  doch  nicht  gut;  beide  Hessen  sich  leicht
verbessern:  dö  gesvvicter  säre.  Vgl.  36  si  geswicten  ime  ;  1001  vil
stille  si  swicten  ;  189  ob  ich  geswicte;  das  ahd.  swv.  swigen.
Weitere  Belege  Haupt  zu  Neidh.  33,  3.  Ein  seltenes  Subst.  ist  in
swigheit  si  ze  aller  zite  wielt  Walther  von  Rheinau,  hrsg.  von
Adalb.  v.  Keller,  Tübingen  1849,  S.  26,  V.  17.
11.  sin  vatcr  minnöte  in  vur  alle  brüder  sin;  vgl.  13;  669.  vur  bezeichnet ­
  hier  einen  Vorrang,  eine  Auszeichnung,  'mehr  als,  lieber
als’,  sus  liaäte  er  sieh  geplnet  üf  tugent  für  die  bruoder  sin
Engelh.  240;  ich  minne  si  vür  alliu  wfp  MSF.  88,  9  ;  90,  17  ;
ich  solte  im  sin  immer  liep  für  alliu  wip  ebenda  34,  34.
12.  der  ime  gi  an  den  scüli;  W.  setzt  an  den  fuoz,  was  keinen  guten
Sinn  gibt,  der  gewöhnliche  Rock  ging  wohl  nur  bis  zu  den  Knieen;
Joseph  erhielt  aber  als  besonderes  Zeichen  der  Liebe  seines  Vaters  ein
Kleid,  das  bis  an  die  Knöchel  reichte.  Man  könnte  setzen  :  der  ime
gi  unze  an  den  scüli.
14.  K.  verbessert  offenbar  den  Sinn  und  Reim  gesehen  :  chömcn  und
setzt  ez  begunde  iii  versmähen.
            
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