Der Pfahlbau im Garda-See.
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ihnen in einer aus alten Pflanzenresten bestehenden Schichte unter
dem Sande die charakteristischen Reste menschlicher Behausung:
massenhafte Kühlenreste, Überbleibsel essbarer Pflanzen, Knochen
von Hausthieren, bearbeitetes Holz, Gefässe und eine namhafte Zahl
von Bronzegegenständen, die über das Alter der ersteren Aufschluss
geben. Es ist nicht unwahrscheinlich, dass von letzteren ein Depot
der grösseren Sicherheit und Unzugänglichkeit wegen auf Pfählen
im See angelegt war. Nach den ausgebreiteten Kohlenmassen muss
ein grosser Brand stattgefunden haben, der vermuthlicb den Untergang
der Colonie bereitete. Ein Hauptgrund der Anlage von Wohnungen
im See ist wohl in dem ergiebigen Fischfang zu suchen und
gerade diese Stelle ist dafür besonders günstig, weil das periodische
Ziehen der hier heimischen Fische mit der Strömung stattfindet;
so zieht der geschätzte Salmo Trutta im Herbste in die Bucht gegen
den Ausfluss, überwintert hier und geht im Frühjahre in die tieferen
nördlichen Theile des Sees, ebenso werden die Aale im Spätherbste
massenhaft hieher getrieben. Es stehen auch gegenwärtig dicht
neben der Pfahlstelle Fischerhütten auf Pfählen frei im Wasser, die
zur Zeit des Herbstfischfanges zum Theil bewohnt werden und so
Pfahlbauten der Gegenwart darstellen. Peschiera war von jeher
berühmt wegen der ausgedehnten Fischerei, welche die vornehmste
Erwerbsquelle der Einwohner bildet. Schon der Name, der ohne
Zweifel von p esce abzuleiten ist, deutet darauf hin und das Wappen
der Stadt enthält zwei Aale, über denselben einen Stern, mit Bezug
auf die Aalfischerei zur Herbstzeit.
Eine Seeansiedlung erscheint um so wahrscheinlicher, als sich
die Funde nicht aus dem Vorhandensein einer grösseren Ortschaft
oder einer römischen Colonie auf dem Lande an der Stelle Peschiera’s
erklären lassen; eine solche bestand wenigstens bis in die spätrömische
Zeit nicht. Manche (wie Kutscheit, Bischoff) versetzen
wohl einen Ort Ardelica hieher, allein die Itinerarien kennen ihn
nicht. Die Tabula Peutingeriana (Sect. III, C.) verzeichnet auf der
Strasse von Brescia nach Verona nur die Mansio Ariolica, 22#lilliarien
von Brescia, 13 von Verona entfernt, wahrscheinlich südlicher
als Peschiera gelegen, nach Reinhard und Forbiger (III, 367) an der
Stelle des heutigen Oliosi südlich von Castelnovo, nach Männert
(IX, 137) näher bei letzterem Orte. Imltnerarium Antonini (p. 127)
erscheint nur Sermione, der durch Catull’s Landhaus bekannte,