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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 48. Band, (Jahrgang 1864)

Der  Pfahlbau  im  Garda-See.

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ihnen  in  einer  aus  alten  Pflanzenresten  bestehenden  Schichte  unter
dem  Sande  die  charakteristischen  Reste  menschlicher  Behausung:
massenhafte  Kühlenreste,  Überbleibsel  essbarer  Pflanzen,  Knochen
von  Hausthieren,  bearbeitetes  Holz,  Gefässe  und  eine  namhafte  Zahl
von  Bronzegegenständen,  die  über  das  Alter  der  ersteren  Aufschluss
geben.  Es  ist  nicht  unwahrscheinlich,  dass  von  letzteren  ein  Depot
der  grösseren  Sicherheit  und  Unzugänglichkeit  wegen  auf  Pfählen
im  See  angelegt  war.  Nach  den  ausgebreiteten  Kohlenmassen  muss
ein  grosser  Brand  stattgefunden  haben,  der  vermuthlicb  den  Untergang ­
  der  Colonie  bereitete.  Ein  Hauptgrund  der  Anlage  von  Wohnungen ­
  im  See  ist  wohl  in  dem  ergiebigen  Fischfang  zu  suchen  und
gerade  diese  Stelle  ist  dafür  besonders  günstig,  weil  das  periodische
Ziehen  der  hier  heimischen  Fische  mit  der  Strömung  stattfindet;
so  zieht  der  geschätzte  Salmo  Trutta  im  Herbste  in  die  Bucht  gegen
den  Ausfluss,  überwintert  hier  und  geht  im  Frühjahre  in  die  tieferen
nördlichen  Theile  des  Sees,  ebenso  werden  die  Aale  im  Spätherbste
massenhaft  hieher  getrieben.  Es  stehen  auch  gegenwärtig  dicht
neben  der  Pfahlstelle  Fischerhütten  auf  Pfählen  frei  im  Wasser,  die
zur  Zeit  des  Herbstfischfanges  zum  Theil  bewohnt  werden  und  so
Pfahlbauten  der  Gegenwart  darstellen.  Peschiera  war  von  jeher
berühmt  wegen  der  ausgedehnten  Fischerei,  welche  die  vornehmste
Erwerbsquelle  der  Einwohner  bildet.  Schon  der  Name,  der  ohne
Zweifel  von  p  esce  abzuleiten  ist,  deutet  darauf  hin  und  das  Wappen
der  Stadt  enthält  zwei  Aale,  über  denselben  einen  Stern,  mit  Bezug
auf  die  Aalfischerei  zur  Herbstzeit.
Eine  Seeansiedlung  erscheint  um  so  wahrscheinlicher,  als  sich
die  Funde  nicht  aus  dem  Vorhandensein  einer  grösseren  Ortschaft
oder  einer  römischen  Colonie  auf  dem  Lande  an  der  Stelle  Peschiera’s
erklären  lassen;  eine  solche  bestand  wenigstens  bis  in  die  spätrömische ­
  Zeit  nicht.  Manche  (wie  Kutscheit,  Bischoff)  versetzen
wohl  einen  Ort  Ardelica  hieher,  allein  die  Itinerarien  kennen  ihn
nicht.  Die  Tabula  Peutingeriana  (Sect.  III,  C.)  verzeichnet  auf  der
Strasse  von  Brescia  nach  Verona  nur  die  Mansio  Ariolica,  22#lilliarien
  von  Brescia,  13  von  Verona  entfernt,  wahrscheinlich  südlicher
als  Peschiera  gelegen,  nach  Reinhard  und  Forbiger  (III,  367)  an  der
Stelle  des  heutigen  Oliosi  südlich  von  Castelnovo,  nach  Männert
(IX,  137)  näher  bei  letzterem  Orte.  Imltnerarium  Antonini  (p.  127)
erscheint  nur  Sermione,  der  durch  Catull’s  Landhaus  bekannte,
            
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