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v. Sacken
Wenn auch im allgemeinen und grossen die Terrassenformation
des Beckens und die Umgrenzung durch Endmoränen von Gletschern
auf ein Znrücktreten des Sees schliessen lässt, welches auch der
18 Fass höher liegende Laghetto bezeugt, so gilt dies doch nur von
sehr entfernten Zeiträumen, die hier nicht in Betracht kommen.
Reste von Oberbauten unter dem gegenwärtigen Niveau deuten
darauf hin, dass der durchschnittliche Wasserstand in früheren
Jahrhunderten ein tieferer war, denn sonst wären die damaligen
Bauwerke einen geraumen Theil des Jahres unter Wasser gestanden.
Die allmälige Hebung mag theils in einer durch die massenhaften
Bauten bewirkten Stauung des Wassers, theils in der Zuführung
grosser Geröllsmassen durch die Torrenten, besonders von dem
wilden, steinigen Monte Baldo und aus dem Felsenlabyrinthe der
Sarca ihre Erklärung finden.
Der Wasserstand des Sees ist übrigens kein constanter, sondern
periodischen und beträchtlichen Schwankungen unterworfen, indem
zweimal im Jahre, im Sommer zur Zeit der Schnee- und Gletscherschmelze
im Hochgebirge und im Spätherbst nach den grossen hier
herrschenden Regengüssen sich der Wasserstand bedeutend hebt,
und zwar in den einzelnen Jahren in sehr ungleicher Weise, indem
nicht selten abnorme Höhen Vorkommen i). Nach den Beobachtungen
von 14 Jahren beträgt die Schwankung von 2 Fuss unter Null
(März 1849), bis 4 Fuss ober Null (Juli 1856), es ergibt sich
also eine Differenz von 6 Fuss. Aus diesen Veränderungen des
Wasserstandes, die analög auch bei anderen Seen stattfinden werden,
lassen sich vielleicht die bei einigen Pfahlbauten beobachteten
mehrfach über einander hergestellten Fussböden erklären, indem
die Ansiedler, die bei einem bestimmten Wasserstande die Wohnungen
angelegt hatten, beim Steigen des Wassers gezwungen
waren, sie höher zu legen.
Überblicken wir nun die gesaminten bisherigen Ergebnisse, so
erscheint es kaum mehr zweifelhaft, dass wir es hier mit einem
Pfall 1 bau der Bronzeperiode, einer Ansiedlung der keltischen
Cenomanen im See selbst zu thun haben. Wir finden zahlreiche
senkrechte Pfähle, die immer isolirt im Wasser standen und zwischen
1) Der 10 Stunden lange See ist oft von Sturmen bewegt und geht dann sehr hoch;
Virgil sagt von ihm (tieorg. II, 160) „Kluetibns et frcmitu udsurgens Benace marino“.