Der Pfahlbau im Ganla-See.
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aufgewendet haben, sondern mehr fabriksmässig zu Werke gegangen
sein. Die Meissei, genau von der Form unserer Bildhauermeissei,
und die Steinbohrer deuten darauf hin, dass man sich auf die feinere
Bearbeitung des Steines verstand.
In Bezug auf die Zeitbestimmung, die für die ganze Bronzeperiode
noch so vag ist, dass die abweichendsten Ansichten, die um
viele Jahrhunderte differiren, aufgestellt werden, ist hierein besonderer
Umstand zu bemerken, den ich darstelle, wie er mir bekannt
wurde und der allerdings zu grosser Vorsicht auffordert, um so mehr,
als er, wenn er sich wirklich genau so verhält, eine völlige Revolution
in die bisherigen Anschauungen zu bringen geeignet wäre.
Unter den von Oberstlieutenant Freiherrn von Türk heim
dem k. k. Antikencabinete geschenkten Bronzen befand sich nämlich
auch folgende Münze von Kaiser Trajan: Av. IMP. CAES
NERVATRAIAN AVG GERM P. M. Kopf. — Rev. TR POT COSIII P.P.-S-C
Victoria schwebend, den Schild mit SPQR in der Hand, iE, 2; sie
stammt sonach genau aus dem Jahre 100 unserer Zeitrechnung.
Natürlich kann sie nur dann möglicherweise Beweiskraft für die
Gleichzeitigkeit mit den Bronzealterthümern haben, wenn sie mit
diesen in derselben mit Sand bedeckten Schichte, nämlich im
unteren Theile des Moderlagers, genau unter den gleichen Verhältnissen
gefunden wurde, und ich wandte mich desshalb an Herrn
Ingenieur Lorenz, der den Fund gemacht, um Auskunft. Dieser
schreibt darüber, dass die Münze von ihm selbst an der Stelle abcg
„unter anderen Gegenständen in der Torfschicht gefunden wurde,
so dass kein Zweifel obwalten könne, dass die Gegenstände mit
dieser Münze ein gleiches Alter haben“. Eine zweite Bronzemünze
von Domitian fand sich weiter draussen im See im Sande, entscheidet
somit nichts. Die Bronzealterthiimer reichten nach diesem Ergebnis
mindestens bis in den Anfang des 2. Jahrhunderts herab.
Es sprechen wohl auch sonst manche Umstände dafür, dass das
Alter der Bronzeperiode häufig viel zu hoch gegriffen werde und
dass diese, freilich nicht ausschliesslich mit Erzgeräthen, sondern
mit Eisen vermischt, aber in den hergebrachten Formen, bis in die
Zeit der römischen Occupationen, ja so lange dauerte, bis die germanischen
Stämme neue Elemente, einen andern Styl und veränderte
Geschmacksrichtung in die Erzeugnisse brachten; allein es wäre
doch zu gewagt, auf obigen vereinzelten Fund, bei dem immerhin