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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 48. Band, (Jahrgang 1864)

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v.  Sack  e  n

am  Laeus  Benacus  (Garda-See)  wohnte,  war  ein  keltisches,  die
Gen  oman  n  i,  ein  Stamm  der  Aulerci,  eines  der  vornehmsten  gallischen ­
  Völker.  Die  Cenomanni  unter  Clitovius  gehörten  zu  den  zweiten ­
  der  fünf  keltischen  Wanderungen,  von  denen  Polybius  (II,  17)
berichtet;  sie  Hessen  sich  gegen  Ende  des  6.  Jahrhunderts  vor
Chr.  bleibend  in  Italien  nieder  (Livius  V,  35,  Plinius  III,  19)  wo
sie  zwischen  den  mächtigen  Insubrern  und  den  Venetern  wohnten.
Mit  ersteren  lebten  sie  in  beständiger  Feindschaft  und  waren  nebst
den  Venetern  stets  Freunde  und  Bundesgenossen  der  Römer
(Polyb.  II,  23,  32);  ja  im  Kriege  gegen  Hannibal  waren  sie  das
einzige  gallische  Volk,  das  bei  ihrer  Partei  blieb  (Liv.  XXI,  5S);
allmälig  wurden  sie  ganz  romanisirt.
Da  die  Bronzesachen  mit  denen  übereinstimmen,  die  in  den
meisten  von  Kelten  bewohnten  Ländern  gefunden  werden,  so  müssen
sie  diesem  Volke  der  Cenomanni  zugeschrieben  werden,  wenn
man  nicht  die  von  Livius  als  ältere  Bewohner  dieser  Gegend  genannten ­
  Libui,  ein  sonst  ganz  dunkles  gallisches  Volk,  dafür  annehmen ­
  will.  Die  einheimische  Fabrication  erscheint  um  so  wahrscheinlicher, ­
  wenn  man  erwägt,  dass  hier  in  ältester  Zeit  etruskische
Stämme  wohnten  (Polyb.  II,  17)  i),  die  sich  wohl  bei  den  Einwanderungen ­
  der  Kelten  in  die  Berge  zurückzogen,  aber  gewiss  auch
zum  Tlieil  mit  den  Ankömmlingen  mischten.
Wie  dem  auch  sei,  jedenfalls  stellt  sich  uns  das  Volk,  welches
sich  dieser  Gegenstände  bediente,  als  ein  Agricullurvolk  auf  ziemlich ­
  entwickelter  Culturstufe  dar.  Die  Mannigfaltigkeit  und  Feinheit
der  Werkzeuge  ist  ein  Massstab  für  die  Ausbildung  des  Handwerks
und  bezeugt  eine  Thätigkeit  nach  verschiedenen  Richtungen,  die
Feinheit  der  Nähnadeln,  die  reiche  Auswahl  sehr  zierlich  gearbeiteter ­
  Schmuekgegeustände  lässt  auf  Reichthum  und  Luxus  in  der
Kleidung  und  einen  keineswegs  barbarischen,  vielmehr  verfeinerten
Geschmack,  der  Abwechslung  der  Formen  liebte,  schliessen.  Selbst
wenn  man  alles  für  fremdländische  Waare  annehmen  wollte,  so
würden  doch  die  Erzeuger  für  ein  uncivilisirtes  Volk,  welches
die  Schönheit  und  Eleganz  der  Arbeit,  den  Reiz  feiner  und  mannigfaltig«' ­
  Verzierung  nicht  zu  schätzen  weiss,  nicht  solche  Sorgfalt
auf  präcise  Ausarbeitung  und  zierliche,  abwechslungsreiche  Details

*)  Sie  werden  schon  als  Stiidtegründer  genannt.
            
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