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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 48. Band, (Jahrgang 1864)

Der  Pfahlbau  iin  Garda-See.

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Auffallend  ist  der  Umstand,  dass  auf  einem  Raume  von  wenigen
Quadratklaftern  eine  besondere  Menge  von  Bronzegeräthen  angehäuft ­
  war,  so  dass  man  anfänglich  glaubte,  sie  rührten  von  einem
untergangenen  Schiffe  her,  und  es  ist  in  der  That  schwer  zu  glauben, ­
  dass  so  viele  Dolchmesser  und  Nadeln  blos  durch  zufälligen
Verlust  an  einer  Stelle  in  den  See  geriethen;  der  Gedanke  liegt
also  nahe,  dass  hier  eine  Niederlage  oder  Werkstätte  von  derlei
Geräthen  bestand.  Was  die  Frage  anbelangt,  ob  die  Metallsachen
hier  zu  Lande  fabricirt  oder  als  Handelsartikel  importirt  wurden,
so  bängt  diese  mit  der  noch  unentschiedenen  und  von  den  beiden
entgegengesetzten  Parteien  mit  einiger  Hitze  verfolgten,  über  die
Herkunft  der  in  unseren  Ländern  gefundenen  Bronzen  überhaupt
zusammen.  Die  des  Garda-Sees  sind  im  Allgemeinen  den  über  fast
ganz  Mittel-Europa  verbreiteten  verwandt,  indem  viele  Objecte  eine
entschiedene  Übereinstimmung  zeigen,  insbesondere  mit  denen  der
West-Schweiz,  des  Neuenburger-  und  Bieler-Sees.  Andererseits  ist
doch  manche  Eigenthümlichkeit  in  der  Formgebung  bei  beiden  zu
unterscheiden,  welche  die  Annahme,  dass  unsere  und  die  schweizerischen ­
  aus  einer  Fabrik  hervorgegangen  seien,  kaum  zulässt; ­
  erstere  seliliessen  sich  an  die  oberitalienischen  Funde  verschiedener ­
  Puncte  der  Lombardie,  Savoyens  und  der  Terramara-Lager
  der  Emilia  an  und  zeigen  manche  entschieden  etruskische
Elemente.  Der  Zusammenhang  zwischen  allen  den  genannten  ist
unläugbar,  sie  erscheinen  wie  die  Glieder  einer  Kette.  Für  die
Erzeugung  wenigstens  einiger  Objecte  an  Ort  und  Stelle  sprechen
noch  mancherlei  Umstände,  so  die  verschiedenen,  unzweifelhaft
ziemlich  gleichzeitigen  Metallmischungen,  die  sich  aus  der  Natur
einer  vereinzelten  Gusswerkstätte  leicht  erklären,  die  unfertigen
Stücke  mit  der  Gussnath,  insbesondere  aber  die  misslungenen  Güsse
eines  Beiles  und  einer  Sichel,  welche  diese  für  jeden  Gebrauch  untauglich ­
  machten;  würde  man  wohl  solche  Stücke  aus  der  Ferne
herbeigeführt  haben  ?  !)
Das  Volk,  welches  hier  in  Gallia  transpadana,  dem  nördlichen
Theile  des  cisalpinischen  Galliens  zwischen  dem  Po  und  den  Gebirgen

In  den  Terramara-Lag'ern,  so  wie  itn  Genfer-See  fand  man  Gussformell  von  Bronzeheilen ­
  (Keller  a.  a.  0.  Bd.  XIII.  Abth.  2,  Heft  2,  Taf.  VII,  42-44,  Bd.  XIV,
            
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