Der Pfahlbau iin Garda-See.
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Auffallend ist der Umstand, dass auf einem Raume von wenigen
Quadratklaftern eine besondere Menge von Bronzegeräthen angehäuft
war, so dass man anfänglich glaubte, sie rührten von einem
untergangenen Schiffe her, und es ist in der That schwer zu glauben,
dass so viele Dolchmesser und Nadeln blos durch zufälligen
Verlust an einer Stelle in den See geriethen; der Gedanke liegt
also nahe, dass hier eine Niederlage oder Werkstätte von derlei
Geräthen bestand. Was die Frage anbelangt, ob die Metallsachen
hier zu Lande fabricirt oder als Handelsartikel importirt wurden,
so bängt diese mit der noch unentschiedenen und von den beiden
entgegengesetzten Parteien mit einiger Hitze verfolgten, über die
Herkunft der in unseren Ländern gefundenen Bronzen überhaupt
zusammen. Die des Garda-Sees sind im Allgemeinen den über fast
ganz Mittel-Europa verbreiteten verwandt, indem viele Objecte eine
entschiedene Übereinstimmung zeigen, insbesondere mit denen der
West-Schweiz, des Neuenburger- und Bieler-Sees. Andererseits ist
doch manche Eigenthümlichkeit in der Formgebung bei beiden zu
unterscheiden, welche die Annahme, dass unsere und die schweizerischen
aus einer Fabrik hervorgegangen seien, kaum zulässt;
erstere seliliessen sich an die oberitalienischen Funde verschiedener
Puncte der Lombardie, Savoyens und der Terramara-Lager
der Emilia an und zeigen manche entschieden etruskische
Elemente. Der Zusammenhang zwischen allen den genannten ist
unläugbar, sie erscheinen wie die Glieder einer Kette. Für die
Erzeugung wenigstens einiger Objecte an Ort und Stelle sprechen
noch mancherlei Umstände, so die verschiedenen, unzweifelhaft
ziemlich gleichzeitigen Metallmischungen, die sich aus der Natur
einer vereinzelten Gusswerkstätte leicht erklären, die unfertigen
Stücke mit der Gussnath, insbesondere aber die misslungenen Güsse
eines Beiles und einer Sichel, welche diese für jeden Gebrauch untauglich
machten; würde man wohl solche Stücke aus der Ferne
herbeigeführt haben ? !)
Das Volk, welches hier in Gallia transpadana, dem nördlichen
Theile des cisalpinischen Galliens zwischen dem Po und den Gebirgen
In den Terramara-Lag'ern, so wie itn Genfer-See fand man Gussformell von Bronzeheilen
(Keller a. a. 0. Bd. XIII. Abth. 2, Heft 2, Taf. VII, 42-44, Bd. XIV,