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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 48. Band, (Jahrgang 1864)

Der  Pfahlbau  im  Garda-*See.

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Fig.  19.  Fig.  20.

Nähnadeln  und  entstanden  durch  Zuhämmern  und  Umbiegen  des
oberen  Endes  (Fig.  19)  oder  sie  stehen  4—6  Linien  unter  der
oberen  Spitze  und  scheinen  theils  durch  nachträgliches  Auseinandertreiben ­
  des  Metallstiftes  hergestellt  zu  sein
oder  dadurch,  dass  man  zwei  Drähte  zur  Anfertigung ­
  der  Nadel  verwendete,  die  zusammen  gehämmert ­
  wurden  (Fig.  20).  Le'tztere  Gattung
diente  wahrscheinlich  zum  Netzstricken.  Derartige ­
  kommen  in  den  Seen  der  westlichen  Schweiz
häufig  vor.  Der  Dünne  der  Nadeln  nach  zu  urtheilen,
  muss  die  Bevölkerung  feine  Stoffe  gehabt
haben.  Die  Länge  wechselt  von  4  bis  6  Zoll.  Von
den  stärkeren  Stiften  sind  einige  oben  breit  geschlagen ­
  und  dann  umgebogen  ,  wie  eingerollt,
andere  mit  flachem  Kopf  zeigen  genau  die  Form
unserer  heutigen  Drahtstiften.  Zwei  Nadeln,  eine
aus  Bronze,  die  andere  fast  aus  reinem  Kupfer
bestehend,  sind  gemeinschaftlich  mit  einem  Draht,
der  nicht  viel  stärker  ist  als  unser  Blumendraht
umwickelt.  Auch  Stifte  kommen  vor,  die  ganz
oder  theilweise  gewunden  sind;  sie  wurden  so
gegossen  und  erhielten  wahrscheinlich  desshalb
diese  Form,  um,  wenn  sie  in  einen  Gegenstand
eingesenkt  waren,  nach  dem  Princip  der  Schraube
durch  die  Widerstandsfähigkeit  der  Windungen
fester  zu  halten.
8.  Unter  den  zum  Schmuck  bestimmten  Gegenständen ­
  spielen  Nadeln  von  —  9  Zoll
Länge  die  grösste  Rolle.  Ihre  Köpfe  zeigen  eine  grosse  Mannigfaltigkeit ­
  und  in  den  meist  sehr  eleganten  Formen  einen  gebildeten
Geschmack;  ein  moderner  Bronzearbeiter  findet  hier  eine  ganze
Musterkarte  und  nicht  wenige  empfehlen  sich  durch  ihr  gefälliges
Ansehen  zur  Nachahmung,  manche  sind  mit  solcher  Geschicklichkeit
und  Präcision  gemacht,  dass  man  sie  auch  gegenwärtig,  mit  unserer
vervollkommten  Technik  und  den  feinen  Werkzeugen  nicht  vollkommener ­
  ausführen  könnte.  Sie  scheinen  sowohl  zum  Schmuck  des
Haares  bestimmt  gewesen  zu  sein,  als  auch  zum  Zusammenhalten
des  Gewandes  auf  der  Brust  nach  Art  unserer  Shawlnadeln,  da  die
Sitzb.  d.  phii.-hist.  CI.  XLVIII.  Bd.  I.  Hft.

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