Der Pfahlbau im Garda-*See.
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Fig. 19. Fig. 20.
Nähnadeln und entstanden durch Zuhämmern und Umbiegen des
oberen Endes (Fig. 19) oder sie stehen 4—6 Linien unter der
oberen Spitze und scheinen theils durch nachträgliches Auseinandertreiben
des Metallstiftes hergestellt zu sein
oder dadurch, dass man zwei Drähte zur Anfertigung
der Nadel verwendete, die zusammen gehämmert
wurden (Fig. 20). Le'tztere Gattung
diente wahrscheinlich zum Netzstricken. Derartige
kommen in den Seen der westlichen Schweiz
häufig vor. Der Dünne der Nadeln nach zu urtheilen,
muss die Bevölkerung feine Stoffe gehabt
haben. Die Länge wechselt von 4 bis 6 Zoll. Von
den stärkeren Stiften sind einige oben breit geschlagen
und dann umgebogen , wie eingerollt,
andere mit flachem Kopf zeigen genau die Form
unserer heutigen Drahtstiften. Zwei Nadeln, eine
aus Bronze, die andere fast aus reinem Kupfer
bestehend, sind gemeinschaftlich mit einem Draht,
der nicht viel stärker ist als unser Blumendraht
umwickelt. Auch Stifte kommen vor, die ganz
oder theilweise gewunden sind; sie wurden so
gegossen und erhielten wahrscheinlich desshalb
diese Form, um, wenn sie in einen Gegenstand
eingesenkt waren, nach dem Princip der Schraube
durch die Widerstandsfähigkeit der Windungen
fester zu halten.
8. Unter den zum Schmuck bestimmten Gegenständen
spielen Nadeln von — 9 Zoll
Länge die grösste Rolle. Ihre Köpfe zeigen eine grosse Mannigfaltigkeit
und in den meist sehr eleganten Formen einen gebildeten
Geschmack; ein moderner Bronzearbeiter findet hier eine ganze
Musterkarte und nicht wenige empfehlen sich durch ihr gefälliges
Ansehen zur Nachahmung, manche sind mit solcher Geschicklichkeit
und Präcision gemacht, dass man sie auch gegenwärtig, mit unserer
vervollkommten Technik und den feinen Werkzeugen nicht vollkommener
ausführen könnte. Sie scheinen sowohl zum Schmuck des
Haares bestimmt gewesen zu sein, als auch zum Zusammenhalten
des Gewandes auf der Brust nach Art unserer Shawlnadeln, da die
Sitzb. d. phii.-hist. CI. XLVIII. Bd. I. Hft.
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