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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 48. Band, (Jahrgang 1864)

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v.  Sacken

Fig.  16

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6.  Meissei,  Pfriemen  u.  s.  w.  Im  Allgemeinen  kommen
unter  den  Bronzefunden  Schmalmeissel  sehr  selten  vor.  Zwei  aus
Fig.  18.  dem  Garda-See  sind  von  eleganter  Form;  der  eine
7 3 / 4  Zoll  lang  (Fig.  16),  oben  im  Durchschnitt
quadratisch,  ist  zur  bequemeren  Handhabung  durch
Abfassen  der  Kanten  in  Achtecksform  gebracht;  die
Breite  der  Schneide  beträgt  über  5  Linien;  der  andere,
6  Zoll  lang,  ist  einfach  vierkantig.  Beide  zei-Fig.
  17.  gen  an  den  etwas  breit  geschlagenen  Köpfen
lg»  Spuren  des  Gebrauches.
Ein  flaches  3'/^  Zoll  langes,  8  Linien
breites  Stück  mit  hohlgeschliffener  Schneide
entspricht  genau  unseren  heutigen  Hohleisen
und  war  vielleicht  in  einen  Hobel  einzuschieben. ­
  Mehrere  5</ 3  —  9  Zoll  lange  vierkantige
Stäbe,  unten  mit  flacher,  zweischneidiger
Spitze  (Fig.  17)  dürften  als  Bohrer,  besonders
Steinbohrer  gedient  haben,  sie  waren  offenbar
in  ein  Heft  einzulassen,  daher  die  eckige  Form
und  Verstärkung  des  Stammes  gegen  das  obere
Ende  zu.  Andere  scharf  gespitzte  theils  vierkantige, ­
  theils  runde  Geräthe  von  2 i / i  —  9
Zoll  Länge  scheinen  verschiedentlich  als
Pfriemen,  Ahle,  Griffel  zum  Eingraviren  u.  dgl.
gebraucht  worden  zu  sein.  Einige  sind  wieder
aus  der  stark  kupferhältigen  Bronzemischung.
Auch  4—5  Zoll  lange  Spitzen  mit  Tülle  für
einen  Stab  von  4  —  6  Linien  Durchmesser
kommen  vor.  Ein  flacher,  gerundeter  Haken
(Fig.  18)  diente  wahrscheinlich  als  Schabwerk.
Stiel  ist  rund,  unten  kantig,  um  in  ein  Heft  versenkt ­
  werden  zu  können.
7.  Nadeln,  Nägel.  Bemerkenswerth
st  die  grosse  Anzahl  von  Nähnadeln  und  Stiften

  von  der  trefftichst  en  Erhaltung,  mit  ausserordentlich
  scharfen  Spitzen  und  von  einer  Feinheit ­
  und  Gleichheit,  die  eine  bedeutende  Fertigkeit  in  der  Fabrication
bekundet.  Die  Öhre  befinden  sich  entweder  ganz  oben,  wie  bei  unseren
            
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