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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 48. Band, (Jahrgang 1864)

Der  Pfahlbau  im  Garda-See.

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Fig.  iS.

von  sehr  einfacher  Ausführung,  mit  etwas  aufgebogener,  abgerundeter ­
  Spitze  besteht  fast  aus  reinem  Kupfer  (nur  1  *23  Percent
Zinn);  es  ist  8  Zoll  lang.  Diese  Werkzeuge  liefern  den  Beweis,
dass  die  Bevölkerung  Ackerbau  trieb,  denn  die  grosse  Anzahl  der  in
den  Schweizerseen  und  an  verschiedenen  Orten  selbst  nördlicher
Gegenden  gefundenen  Stücke  widerspricht  der  Annahme,  dass  sie
hlos  zu  religiösen  Zwecken,  zum  Ahschneiden  geheiligter ­
  Pflanzen  dienten.
5.  Instrumente  zum  Fischfang  sind
scharfe  Spitzen  von  iy 4 —-2 8 / 4  Zoll  Länge  mit  einem
Widerhaken  und  Schafthülse  (Fig.  14),  zum  Fischstechen ­
  oder  Werfen  als  Harpunen  gebraucht;  zu
demselben  Zwecke  dienten  ohne  Zweifel  die  7  —  10
Zoll  langen,  vierkantigen,  gebogenen  Stäbe  mit
Widerhaken,  Fig.  15,  die  zu  zweien  oder  dreien  an
einen  Stab  befestigt,  Fischgabeln  bildeten,  wie  man
sie  noch  jetzt  hat;  das  seitlich  gestellte  Öhr  am  untern ­
  Ende  diente  zum  Durchziehen  eines  Bindfadens
oder  eines  Drahtes  behufs  der  Befestigung
Fi»  14.  an  einen  Stab.  Der  charakteristische  Bug
.  kommt  unter  verschiedenen  Winkeln  und
in  ungleicher  Entfernung  unter  der  Spitze
vor.  Das  grösste  dieser  Geräthe  besteht
wieder  aus  der  fast  kupferfarbigen  Legirung
  mit  nur  3  Percent  Zinn.  Auch  gewöhnliche ­
  Fischangeln  von  der  noch  heute
üblichen  Form  wurden  gefunden,  3  Zoll
gross,  vierkantig,  mit  einem  Öhr  am  Ende
oder  mehreren  Kerben  zur  Befestigung  der
Schnuri).  Grössere  Spitzen  mit  Widerhaken ­
  von  der  Form  Fig.  14  mögen
als  Enterhaken  gedient  haben;  sonderbarer ­
  Weise  sind  bei  allen  Haken  dieser  Art  die  Gussnathen  nicht
entfernt.

1 )  Ähnliche  aus  dem  Bieler-  oder  Neuenburger-See  ahgebildet  a.  a.  0.  Bd.  XII,  Taf,
D,  1,  2.  Kleinere  fanden  sich  in  den  Gräbern  von  Hailstatt.
            
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