Der Pfahlbau im Garda-See.
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Fig. iS.
von sehr einfacher Ausführung, mit etwas aufgebogener, abgerundeter
Spitze besteht fast aus reinem Kupfer (nur 1 *23 Percent
Zinn); es ist 8 Zoll lang. Diese Werkzeuge liefern den Beweis,
dass die Bevölkerung Ackerbau trieb, denn die grosse Anzahl der in
den Schweizerseen und an verschiedenen Orten selbst nördlicher
Gegenden gefundenen Stücke widerspricht der Annahme, dass sie
hlos zu religiösen Zwecken, zum Ahschneiden geheiligter
Pflanzen dienten.
5. Instrumente zum Fischfang sind
scharfe Spitzen von iy 4 —-2 8 / 4 Zoll Länge mit einem
Widerhaken und Schafthülse (Fig. 14), zum Fischstechen
oder Werfen als Harpunen gebraucht; zu
demselben Zwecke dienten ohne Zweifel die 7 — 10
Zoll langen, vierkantigen, gebogenen Stäbe mit
Widerhaken, Fig. 15, die zu zweien oder dreien an
einen Stab befestigt, Fischgabeln bildeten, wie man
sie noch jetzt hat; das seitlich gestellte Öhr am untern
Ende diente zum Durchziehen eines Bindfadens
oder eines Drahtes behufs der Befestigung
Fi» 14. an einen Stab. Der charakteristische Bug
. kommt unter verschiedenen Winkeln und
in ungleicher Entfernung unter der Spitze
vor. Das grösste dieser Geräthe besteht
wieder aus der fast kupferfarbigen Legirung
mit nur 3 Percent Zinn. Auch gewöhnliche
Fischangeln von der noch heute
üblichen Form wurden gefunden, 3 Zoll
gross, vierkantig, mit einem Öhr am Ende
oder mehreren Kerben zur Befestigung der
Schnuri). Grössere Spitzen mit Widerhaken
von der Form Fig. 14 mögen
als Enterhaken gedient haben; sonderbarer
Weise sind bei allen Haken dieser Art die Gussnathen nicht
entfernt.
1 ) Ähnliche aus dem Bieler- oder Neuenburger-See ahgebildet a. a. 0. Bd. XII, Taf,
D, 1, 2. Kleinere fanden sich in den Gräbern von Hailstatt.