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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 48. Band, (Jahrgang 1864)

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z.  Sacken

Gräbern  *)  finden  sich  breite  flache  Messer  mit  stark  convexer
Schneide,  die  man  für  Rasirmesser  hält.  Die  Form  dieser  und  der
im  Garda-See  gefundenen,  passt  auf  die  Beschreibung  der  römischen
Novacula,  die  als  stark  gekrümmt  ff  er  rum  lunutum)  geschildert
wird 3 ).  Auch  in  nördlichen  Gräbern,  besonders  in  Dänemark,  kamen
meist  sehr  zierlich  gearbeitete  Klingen  vor,  die  unseren  Rasirmessern
  vollkommen  ähnlich  sind  und  der  in  einem  Torfmoore
Schleswigs  in  einem  Sarge  gefundene  sogenannte  Bronzemann  des
Museums  zu  Kopenhagen,  welcher  noch  mit  seiner  Kleidung  angethan
  ist,  hatte  nebst  einem  Bronzeschwerte  ein  derartiges  Instrument ­
  neben  sich  liegen;  das  Haupthaar  ist  noch  ganz  kenntlich,  von
Bart  aber  keine  Spur  zu  bemerken,  woraus  man  schliesst,  dass
dieser  geschoren  war.
4.  Sicheln.  Diese  haben  nicht  die  gewöhnliche  runde  Form,
sondern  sind  fast  im  rechten  Winkel  gebogen,  mit  geringer  Krümmung ­
  s).  Unten  sind  sie  flach,  oben  gegen  den  Rücken  hin  grätig
(Fig.13).  Eine,  in  zwei  Stücke  zerbrochen  erweist  sich  wieder  als

ein  misslungener ­
  Guss  voll
Blasen,  eine  andere ­
  ist  ebenfalls ­
  zum  Theil
geschmolzen  ,
was  aber  einem
späteren  Brande

Fig.  13.

zu  geschrieben
werden  muss,  da  die  Schneide  scharf  gedengelt  ist.  Ein  Exemplar
4 )  So  iu  einem  bei  Bologna  1853  entdeckten  (Gozzadini,  Di  un  sepolcreto  etrusco,
scoperto  presso  Bologna,  Tav.  VI.  10,  16)  und  in  den  rhätisch-etruskischen  von
Stadlhof  bei  Kaltem  in  Tirol.
2 )  Ähnliche  Geräthe,  aber  mit  sehr  stark  ansgebogenen  Klingen  und  dadurch  mehr  der
Halbmondform  sich  nähernd,  wurden  im  Bieler-  und  Neuenburger-See  gefunden
(Mitth.  d.  antiq.  Gesellsch.  in  Zürich  XII.  Taf.  II.  98,  XIV,  6.  Heft,  Taf.  XVI.  10)
und  mit  den  thönernen  Mondsichelbildern  ,  denen  man  eine  religiös-symbolische
Bedeutung  zuschreibt,  in  Verbindung  gebracht.  Die  des  Garda-Sees  und  ein  ähnliches ­
  unter  den  Terramare-AIterthümern  (a.  a.  0.  XIV,  6.  Heft,  Taf.  II,  25)  sind  entschieden ­
  Schabwerkzeuge;  unter  ersteren  lassen  sich  die  Übergangsformen  vom
Halbmond  bis  zum  Doppelmesser  verfolgen.

3 )  Dieselbe  Form  zeigen  die  Sicheln  der  Terramara-Lager  der  Emilia,  a.  a.  0.  Taf.  II*
ß,  7,
            
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