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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 48. Band, (Jahrgang 1864)

Der  Pfahlbau  im  Garda-See.

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Die  einschneidigen  Messer  (3  Exemplare),  3>/ 4 —4 1  / 3
Zoll  lang,  sind  von  ausgeschweifter,  eleganter  Form  (Fig.  11);
eines  hat  auf  jeder  Seite,  nahe  beim  Rücken,  zwei  gekerbte,
schmale  Rinnen,  bei  einem  anderen ­
  verbreitet  sich  die  Spitze
und  ist  zweischneidig.
Sehr  eigentümlich  sind
drei  Geräthe  ,  die  aus  je  zwei
messerartigen,  durch  ein  Gitter
oder  ein  Ornament  verbundenen,
scharfen,  2‘/ 3 —4  Zoll  langen
Lamellen  an  einem  gemeinschaftlichen ­
  Griffe  bestehen  (Fig.  12).
Die  Schneiden  sind  mehr  oder
weniger  convex,  der  Griff  subtil
und  durchbrochen  (eines  besass
ein  hölzernes  Heft),  unten  mit
einem  Ringe  versehen.  Offenbar
sind  es  Instrumente  zum  schneiden, ­
  oder  vielmehr  bei  der  Dünne
der  Klingen  ,  zum  Schaben  bestimmt,  vielleicht  Rasirmesser,  bei
welcher  Anwendung  sie  besonders  gut  in  der  Hand  liegen.  Der
Gebrauch  des  Bartscheerens  war  im  Alterthum  nicht  selten.  Die
Römer  schoren  seit  454  der  Stadt  den  Bart 1 ),  eine  Sitte,  die  sich
bis  auf  Hadrian  erhielt  und  später  mehrmals  wieder  auftauchte.  Nach
Plinius  (VII,  59)  nahmen  die  Römer  aber  den  Gebrauch  später  an
als  die  anderen  Völker,  und  er  existirte  bei  den  Etruskern  schon  in
sehr  früher  Zeit 3 ).  Sogar  die  uncivilisirten  nordbritannischen
Stämme,  die  das  Haar  lang  wachsen  Hessen,  pflegten  nach  Cäsar
(Bell.  gall.  V,  14)  den  Bart,  mit  Ausnahme  des  Knebelbartes,|jjvöllig
zu  scheeren,  und  von  den  Galliern  erzählt  Diodor  (V,  28),  dass
sich  einige  den  ganzen,  andere  theilweise  den  Bart  schoren,
die  Vornehmen  aber  den  Backenbart  rasirten.  In  etruskischen

0  Die  ersten  Barbiere  sollen  aus  Sicilien  nach  Rom  gekommen  sein  (Varro,  De  R.  R.
Cap.  11).
2 )  Teopompus  bei  Athen.  XII,  c.  3.
            
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