Der Pfahlbau im Garda-See.
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in die Form geflossen und blasig mit sogenannten Rinnen-Einsenkungen,
die durch den ungleichen Fluss des Metalle» entstanden.
Nach dem Ausspruche von Giesskundigen kann diese Unregelmässigkeit
nicht durch nachträgliches Schmelzen des fertigen Stückes entstanden
sein, sondern nur während des Gusses; das Instrument ist
dadurch unbrauchbar. Dass es nie in Verwendung kam, zeigt auch
der Umstand, dass die Schaftlappen gerade aufstehen, woraus hervorgeht,
dass nie ein Stiel daran befestigt war, denn in diesem
Falle müssten die Lappen zusammengebogen sein, da es der Zweck
derselben war, durch Umscldiessen des Stieles denselben festzuhalten;
bei allen Stücken, welche ich zu untersuchen Gelegenheit
hatte, sind die Schaftlappen an den Rändern niedergedengelt. Endlich
ist die Schneide breit und stumpf, nicht wie bei allen gebrauchten,
scharf zugedengelt. Zivei ganz schwache Beile von 4 Zoll
Länge, eines derselben mit unregelmässigen, nachlässig eingravirten
Punct- und Strichverzierungen, dürften eher
Abzeichen oder Symbole, als zum Gebrauche bestimmt
gewesen sein. Von etwas abweichender
Form ist ein Stück mit sehr stark gebogener,
scharfer Schneide, welches statt der Lappen blos
etwas erhobene Ränder der flachen Schaftbahn zeigt
(Fig. 2). Ganz ähnliche fand man bei Nikolsburg
in Mähren, an verschiedenen Orten Ungerns, eben
so wie in Pästum 1 ), in Dänemark 2 ), bei Mainz
und Inzighofen s ) und in Yorkshire 4 ), ein Beweis
der grossen Verbreitung dieser Form bis in die
entferntesten Länder und ihres gemeinsamen Ursprunges.
2. Lanzenspitzen 4'/*— 6i/ 2 Zoll lang, theils von ziemlich
ausgeschweifter, theils mehr lanzettartiger Blattform (Fig. 3).
Die Schafthülse, welche mittelst eines durchzuschlagenden Nagels
an die Stange zu befestigen war, verjüngt sich zur starken Mittel-1)
Ceci, Piccoli bronzi del r. museo Borbonico. Tav. VI, 49, bi.
2 ) W orsaae, Nordiske oldsager i det k. Museum i Kjtibenhavn, 37, 177—179.
3 ) Lindenschmitt a. a. 0. Heft I, Taf. 3. — Ders. Vaterland. Alterth. der fürstl.
HohenzoIIer'schen Sammlung zu Sigmaringen, Taf. XLII, 4.
4 ) Kemble, Horac ferales, PI. IV, 7.
Fig. 2.