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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 48. Band, (Jahrgang 1864)

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v.  Sacken

Raum  verbreitet,  bei  c'  aber  waren  sie  in  bedeutender  Menge  angeliäuft.

Von  Steingerätlien  kam  ein  einziges  Stück  vor,  eine  Scheibe
von  3  Zoll  Durchmesser,  in  der  Mitte  1  Zoll  dick,  am  Rande  nur
3  Linien  und  mit  einer  ganz  herumgehenden,  tiefen  Rinne  versehen,
aus  Granit  i).  Ähnliche  discusartige  Steine,  bisweilen  von  ovaler
Form,  wurden  häufig  in  nordischen  Gräbern,  auch  im  Pfahlbau  am
Steinberg  bei  Niedau  im  Bieler-See  und  in  dem  von  Estavayer  im
Neuenburger-See  gefunden;  man  nennt  sie  gewöhnlich  Schleudersteine, ­
  jedoch  wird  diese  Bestimmung  mit  Recht  angezweifelt,  da
hierzu  die  Form  gar  nicht  geschickt  erscheint  und  es  nicht  anzunehmen ­
  ist,  dass  man  einem  blossen  Wurfstein  eine  so  sorgfältige
Bearbeitung  und  Glättung  mit  Aufwand  grosser  Mühe  zu  Theil  werden ­
  liess;  vielmehr  dürften  derlei  Steine  bei  der  Weberei  Anwendung ­
  gefunden  haben,  denn  die  Rinne  um  den  Rand  diente  offenbar
als  Bahn  für  eine  Schnur  und  die  Bestimmung  des  dem  Garda-See
enthobenen  als  Rolle  scheint  ziemlich  ausgesprochen.  Natürlich
berechtigt  uns  dieses  einzelne  Stück  noch  nicht  zur  Annahme,  dass
es  der  Steinzeit  angehöre  und  die  Entstehung  des  Pfahlbaues  in
dieser  Periode  ihren  Anfang  genommen  habe?  denn  wenn  auch  im
Norden  derartige  Disken  in  Verbindung  mit  anderen  Steingeräthen
in  Gräbern  Vorkommen,  so  kann  gerade  ein  solches  Geräth  ziemlich
in  jeder  Zeit  angefertigt  worden  sein.
Sehr  beträchtlich  ist  die  Anzahl  der  ausgehobenen  Bronzegegenstände; ­
  trotzdem  in  früheren  Jahren  viele  von  den  Arbeitern ­
  verkauft,  andere  an  verschiedene  Personen  verschenkt
wurden,  liegen  noch  über  250  Stücke  vor;  fast  die  Hälfte  stammt
von  den  Baggerungen  im  Jahre  1860,  aus  der  ersten  Periode  der
Auffindung  im  Jahre  1831  fünfzehn  Stücke.  Erstere,  vom  Ingenieur
Lorenz  gesammelt  und  an  den  k.  k.  Oberstlieutenant  im  Geniestabe ­
  R.  Freiherrn  v.  Tür  kheim  abgegeben,  wurden  von  diesem
dem  k.  k.  Antikencabinete  grossmüthigst  zur  Disposition  gestellt.
Herr  Hauptmann  J.  Kostersitz  machte  seine  in  den  Jahren  1861

1)  Sie  befindet  sieb  unter  den  vom  Oberlieutenant  v.  S  i  I  her  an  Dr.K  e  II  e  r  eingesandten
Stücken;  abgebildet  in  dessen  Pfahlbaubericht,  Mittb.  d.  antiq.  Gesellsch.  in  Zürich,
XIV,  6.  Heft,  Taf.  VI.  12.  ,
            
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