Der Pfahlbau im Garda-See.
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Vorkommnissen ist also der Antheil menschlicher Cultur an der
Bildung dieser Schichte ausser allem Zweifel, und es erscheint die
Bezeichnung Culturschichte dadurch gerechtfertigt; ihr hohes
Alter bezeugen die zahlreichen Erzeugnisse des Kunstfleisses, die
sie enthält.
Für eine ehemals hier über dem Wasser bestandene Ansiedlung
sprechen nebst den massenhaften Kohlen am meisten die grosse
Menge von Artefacten, zunächst die Bruchstücke von verschiedenen
Gefässen; sie sind übereinstimmend mit den im Jahre 1830 bei j
am südöstlichen Uferrande gefundenen. Nach der geringen Biegung
zu urtheilen, waren es ziemlich grosse 5— 8 Zoll im Durchmesser
haltende Töpfe, die nicht auf der Scheibe gedreht, sondern aus
freier Hand gearbeitet sind, was nicht nur aus ihrer bedeutenden
Dicke von 4—5 Linien, sondern auch aus der Ungieicheit derselben
und Spuren des Drückens und Knetens hervorgeht. Der Thon ist
schwärzlich, wenig geschlemmt und absichtlich mit Körnern
eckigen, gegrabenen Sandes (nicht mit Seesand), selbst mit kleinen
Stückchen von Glimmerschiefer, so wie mit verschiedenen organischen
Substanzen vermengt, die beim Brennen verkohlten, wodurch
manche Stücke noch jetzt abfärben, und alle auf dem Bruch ungleich
und blättrig erscheinen. Sie sind nicht hart, wahrscheinlich nicht in
Öfen, sondern nur am offenen Feuer lind gebrannt, daher ausserordentlich
leicht zerbrechlich, porös (was auffällig wird, wenn man
ein Stück in's Wasser legt) und durch den Einfluss des Wassers
mürbe. Eines von fast schwarzer Farbe, von dem ein Theil der
Ausbauchung vorhanden ist, zeigt an dieser eine geringe, hornartige
Protuberanz, wie solche an vielen Gefässen aus heidnischen Gräbern
(z. B. von Müglitz in Mähren, Masl in Schlesien u. s. w.) zu
sehen sind; der Zweck dieser Buckeln ist nicht klar, wahrscheinlich
dienten sie zur Versicherung, wenn man das Gefäss in einem
Kesselreifen aufhängen wollte. Ein zweites ist auf der Aussenseite
von rother Farbe, auf dem Bruche aber grau; es scheint, dass es
nachträglich starkem Feuer ausgesetzt war; ein drittes ziemlich
dünnes, von dem noch ein Stück des umgebogenen Randes vorhanden
ist, erscheint ganz gesprenkelt durch zahlreiche Körner von
weissem Sand. Verzierungen kommen auf den vorliegenden Fragmenten
nicht vor; diese rühren von sechs verschiedenen Gefässen
her. Einzelne Stücke fanden sich über dem ganzen aufgedeckten