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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 48. Band, (Jahrgang 1864)

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v.  Sacken

wilden  Land-  und  Sumpfpflanzen:  Carex  spec.  (Riedgras),  eine
Cyperacea,  Amaranthus  Blitum,  Verbennu  officinalis  (gemeines
Eisenkraut),  Spergula  arvensis  (Spork),  Stellaria  media  (Sternkraut, ­
  Hühnerdarm),  Caryopliyllacea,  Ranunculus  bulbosus  (knolliger ­
  Hahnenfuss).  d.  Wasserpflanzen:  Cham  spec.  (Armleuchter),
Potamogeton  perfoliatus  (Leichkraut).
Von  den  überaus  zahlreichen  Haselnüssen  fanden  sich  nur  verletzte ­
  Früchteschalen  vor,  keine  einzige  ganze;  es  ist  daher  anzunehmen, ­
  dass  sie  gewaltsam  geöffnet,  die  Kerne  verspeist  und  die
Schalen  in’s  Wasser  geworfen  wurden,  da  sich  sonst  das  Zerbrechen
so  vieler  Exemplare  kaum  erklären  Hesse.  Die  Kerne  der  Kornellkirsche
  sind  ebenfalls  sehr  häufig;  ohne  Zweifel  wurde  diese  Frucht
wie  auch  die  wilde  Gartenerdbeere  (sogenannte  Hiittelbeere),  die
Himbeere  und  der  schwarze  Hollunder  gegessen.  Sehr  merkwürdig
ist  das  Vorkommen  der  beiden  Culturpflanzen  Korn  (Roggen)  und
Weintraube,  die  bisher  noch  in  keinem  Pfahlbau  beobachtet  wurden;
es  dürfte  sich  aus  dem  Umstande  erklären,  dass  die  Bewohner  dieser ­
  Gegend,  wie  wir  später  sehen  werden,  zu  den  Römern  schon  in
sehr  früher  Zeit  in  freundschaftlicher  Beziehung  standen.  Sowohl
das  Korn  als  der  Traubenkern  befinden  sich  im  verkohlten  Zustande,
müssen  daher  bei  einem  Brand  in  den  See  gekommen  sein.  Etwas
zweifelhaft  erscheint  die  byzantinische  Haselnuss,  von  der  nur  ein
Bruchstück  der  Schale  vorhanden  ist,  welches  allerdings  eine  sehr
grosse  Ähnlichkeit  mit  dieser  Frucht  zeigt.  Ausser  den  bestimmbaren ­
  Pflanzenresten  bildet  die  Culturschichte  noch  eine  grosse
Menge  kleiner,  meist  abgeriebener  Stücke  von  Rinde,  Holz,  Wurzeln,
Blätter  u.  s.  w.  Ein  kleines  Holzstück  zeigt  deutliche  Spuren  von
Bearbeitung  mit  einem  wenig  schneidenden  Instrumente.  Die  Holzstücke ­
  und  Kohlen  von  Eichen  sind  von  derselben  Art,  aus  welcher
auch  die  Pfähle  bestehen.
Unter  dergeringen  Quantität  des  von  mir  mitgebrachten  Materials
befanden  sich  auch  zwei  Knochen  von  Hausthieren,  und  zwar
nach  Herrn  Hofrathes  v.  Ilyrtl  Bestimmung  ein  Stück  einer  rechtseitigen ­
  Rippe  des  Hundes  und  das  vordere  Ende  einer  Phalanx
(Zehenglied)  des  rechten  Fusses  einer  Ziege 1 ).  Nach  allen  diesen

!)  Von  geringerer  Bedeutung  sind  die  Schalen  einiger  Wasserthiere,  von  Cypris  spec.,
Valvata  piscinalis,  Vivipara  vera  Frauenf.,  Bythinia  tentaoulata.
            
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