Der Pfahlbau im Garda-See.
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Schlamm und Sand, den eine solche Maschine mit grosser Schnelligkeit
und vermischt zu Tage fördert, suchte man meist nur die
Metallsachen heraus, die übrige Masse blieb ununtersucht und wurde,
ohne dass auch die unscheinbaren, aber gerade beweiskräftigen
Objecte Beachtung fanden, theils zu Aufdämmungen verwendet,
theils an tieferen Stellen des Sees wieder versenkt. Im aufgeschwemmten
Sande fanden sich nur wenige, offenbar der neueren
Zeit angehörende Gegenstände : Ziegelstücke, ein Armbrustbolzen,
Nägel und eine sehr wohlerhaltene Lanzenspitze von Eisen. Dagegen
erwies sich die darunter liegende Pflanzenschichte sehr reich
an Überresten einer älteren Cultur. Herr Ingenieur Lorenz berichtet
zwar, an der unter seiner Leitung gebaggerten Stelle zwischen a dg
keine Thierknochen und Gefässtrümmer bemerkt zu haben, sondern
blos Holzkohlen und zahlreiche Bronzegegenstände, dagegen versichern
Arbeiter an mehreren anderen Puncten massenhaft Knochen
von grösseren Thieren ausgehoben zu haben, die zum Theil noch in
einem nahen Damme, zu dessen Aufschüttung sie sammt dem Bodenmateriale
verwendet wurden, liegen müssten.
Bei der von mir mit beschränkten Mitteln unternommenen Aufdeckung
eines Raumes von circa 6 Quadratklafter, fand ich die unter
dem 2(4 Puss tiefen Sande liegende Schichte in einer Mächtigkeit
von y a Puss, aus einer Masse vegetabilischer Stoffe bestehend und
durchaus geschwärzt durch zahllose grössere und kleinere Stücke
von Kohlen, und zwar sowohl von grösseren Stämmen als von Astbolz
und Reisig, wie man es auf dem Herde zu brennen oder zu
Flechtwerk zu verwenden pflegt. Herr Professor Dr. Franz Unger
hatte die Güte von einer Partie der ausgehobenen Culturschichte
eine höchst sorgfältige Untersuchung vorzunehmen, die sehr
interessante Resultate ergab. Er bezeichnet die Masse als Pflanzendetritus
und fand nebst Holz, Rinde und Kohlen der Eiche (Quercus
sessiliflora), Holz und Kohle des Haselstrauches und Hollunders
(Sambucus nigra), die Reste von zwanzig verschiedenen Pflanzen.
Es sind folgende: a. Wildwachsende essbare Pflanzen: Corylus
avellana, Haselnuss — die Schalen in grosser Menge, Cornus mascula
(Kornellkirsche), Sambucus nigra (schwarzer Hollunder),
Fragaria elulior (Gartenerdbeere), Rubus Idaens (Himbeere).
b. Culturpflanzen: Secale cereale (Roggen), Vitis vinifera (Weinstock),
Corylus columa? (byzantinische Haselnuss), c. Samen von
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