306
v. S a c k e n
Wasser unlösliches Pulver reichlich zurück, ein Beweis der Durchdringung
aller Poren mit mineralischen Bestandteilen, der beginnenden
Versteinerung. Die derartigen ausserordentlich schweren
Pfahle mussten meistenteils mit Ketten mühsam herausgezogen
werden. Es sind theils ganze Stamme, teils entstanden sie durch
Spaltung von solchen; ihre Dicke beträgt 4—8 Zoll; ein im k. k.
Antikencabinete aufbewahrter Pfahl ist ein runder Stamm von
5 Fuss 19 Zoll Länge, 10 Zoll Durchmesser und einem Gewichte
von fast 200 Pfund. Die unteren Enden erweisen sich bei allen
sorgfältig zugespitzt, ohne grössere Flächen, wie sie durch breitere
Äxte entstehen, sondern vom Anfang der Verjüngung an rund und
allmählig in eine Spitze zulaufend. Wenn dies durch Anbrennen
bewerkstelligt wurde, so muss dann noch eine Bearbeitung mit
kleinen Beilen sfattgefunden haben, da nirgends Spuren von Verkohlung
bemerkbar sind. Mehrere sind schmal, bretterartig, indem
ihre Dicke nur 2 — 3 Zoll bei einer Breite von 5 — 6 Zoll beträgt.
Räthselhaft erscheint ein Pfahl aus sehr knorrigem Holze, der beiderseits
zugespitzt ist, 4 Fuss lang; die untere Spitze, mit der er in
den Boden eingeschlagen war, läuft regelmässig und allmählig zu;
in einer Länge von 3 Fuss besitzt er die grösste Dicke von 9 Zoll
und ist dann jäh zugespitzt, was mit kleinen Beilen bewerkstelligt
wurde, es geht dies aus den zahlreichen Spuren schmaler Hiebe hervor.
Alle übrigen Pfähle zeigen am oberen, abgefaulten Ende den grössten
Durchmesser, der weiter hinauf noch zugenommen haben dürfte.
Wäre die Wassertiefe in damaliger Zeit der jetzigen gleich gewesen,
was aber wie weiter unten gezeigt werden wird, schwerlich
der Fall war, so müssten die Pfähle eine Länge von wenigstens
20—25 Fuss gehabt haben, wenn ihre Köpfe bei jedem Wasserstande
und nur gewöhnlichen Stürmen über dem Wasser vorragen
sollten. Die im Wasser befindlichen Theile gingen durch die Bewegung
und zersetzende Wirkung desselben zu Grunde, blos so weit
sie im Lehmgrunde und der vegetabilischen Schichte stacken, erhielt
sich die Substanz und gewann die Härte und schwarze Farbe,
die wir an ihr bemerken.'
Die Ausbaggerung des Canals geschah von Seite des k. k.
Militärs mittelst eines Paternosterwerkes, wobei natürlich vorzugsweise
auf Schnelligkeit der Arbeit gesehen wurde und für Detailuntersuchung
des ausgehobenen Materials wenig Zeit blieb; aus dem