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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 48. Band, (Jahrgang 1864)

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v.  S  a  c  k  e  n

Wasser  unlösliches  Pulver  reichlich  zurück,  ein  Beweis  der  Durchdringung ­
  aller  Poren  mit  mineralischen  Bestandteilen,  der  beginnenden ­
  Versteinerung.  Die  derartigen  ausserordentlich  schweren
Pfahle  mussten  meistenteils  mit  Ketten  mühsam  herausgezogen
werden.  Es  sind  theils  ganze  Stamme,  teils  entstanden  sie  durch
Spaltung  von  solchen;  ihre  Dicke  beträgt  4—8  Zoll;  ein  im  k.  k.
Antikencabinete  aufbewahrter  Pfahl  ist  ein  runder  Stamm  von
5  Fuss  19  Zoll  Länge,  10  Zoll  Durchmesser  und  einem  Gewichte
von  fast  200  Pfund.  Die  unteren  Enden  erweisen  sich  bei  allen
sorgfältig  zugespitzt,  ohne  grössere  Flächen,  wie  sie  durch  breitere
Äxte  entstehen,  sondern  vom  Anfang  der  Verjüngung  an  rund  und
allmählig  in  eine  Spitze  zulaufend.  Wenn  dies  durch  Anbrennen
bewerkstelligt  wurde,  so  muss  dann  noch  eine  Bearbeitung  mit
kleinen  Beilen  sfattgefunden  haben,  da  nirgends  Spuren  von  Verkohlung ­
  bemerkbar  sind.  Mehrere  sind  schmal,  bretterartig,  indem
ihre  Dicke  nur  2  —  3  Zoll  bei  einer  Breite  von  5  —  6  Zoll  beträgt.
Räthselhaft  erscheint  ein  Pfahl  aus  sehr  knorrigem  Holze,  der  beiderseits ­
  zugespitzt  ist,  4  Fuss  lang;  die  untere  Spitze,  mit  der  er  in
den  Boden  eingeschlagen  war,  läuft  regelmässig  und  allmählig  zu;
in  einer  Länge  von  3  Fuss  besitzt  er  die  grösste  Dicke  von  9  Zoll
und  ist  dann  jäh  zugespitzt,  was  mit  kleinen  Beilen  bewerkstelligt
wurde,  es  geht  dies  aus  den  zahlreichen  Spuren  schmaler  Hiebe  hervor.
Alle  übrigen  Pfähle  zeigen  am  oberen,  abgefaulten  Ende  den  grössten
Durchmesser,  der  weiter  hinauf  noch  zugenommen  haben  dürfte.
Wäre  die  Wassertiefe  in  damaliger  Zeit  der  jetzigen  gleich  gewesen, ­
  was  aber  wie  weiter  unten  gezeigt  werden  wird,  schwerlich
der  Fall  war,  so  müssten  die  Pfähle  eine  Länge  von  wenigstens
20—25  Fuss  gehabt  haben,  wenn  ihre  Köpfe  bei  jedem  Wasserstande ­
  und  nur  gewöhnlichen  Stürmen  über  dem  Wasser  vorragen
sollten.  Die  im  Wasser  befindlichen  Theile  gingen  durch  die  Bewegung ­
  und  zersetzende  Wirkung  desselben  zu  Grunde,  blos  so  weit
sie  im  Lehmgrunde  und  der  vegetabilischen  Schichte  stacken,  erhielt ­
  sich  die  Substanz  und  gewann  die  Härte  und  schwarze  Farbe,
die  wir  an  ihr  bemerken.'
Die  Ausbaggerung  des  Canals  geschah  von  Seite  des  k.  k.
Militärs  mittelst  eines  Paternosterwerkes,  wobei  natürlich  vorzugsweise ­
  auf  Schnelligkeit  der  Arbeit  gesehen  wurde  und  für  Detailuntersuchung
  des  ausgehobenen  Materials  wenig  Zeit  blieb;  aus  dem
            
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