Der Pfahlbau im Garda-See.
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die Anlage eines Arsenales beschlossen wurde, war die Austiefung
eines Kriegshafens mit bequemer Zufahrt geboten und diesem Umstande
ist die Auffindung sehr vieler Culturüberreste zu verdanken.
Der k. k. Marine-Ingenieur Alfred Lorenz und der k. k. Oberlieutenant
im Geniestabe v. Silber fanden bei dieser Gelegenheit
eine grosse Menge von Bronzeobjecten, besonders viele zwischen
ne/ auf einem Flecke von wenigen Quadratklaftern aufgehäuft, in
einer Tiefe von S—6 Fuss in der auf dem Seeboden aufliegenden
pflanzlichen Schichte, und zwar in dem unteren Theile derselben.
Auch Stücke gebrannten Thones von bedeutender Dicke, schwärzlicher
Farbe und ohne bestimmte Form kamen sehr zahlreich vor >).
Was die Pfähle anbelangt, so behauptet H. Lorenz, der mir mit
dankenswerther Freundlichkeit über die Details des Fundes Aufschlüsse
gab, nur wenige in senkrechter Stellung angetroffen zu
haben, dagegen einzelne liegende Stämmetrümmer häufiger waren,
nicht zu gedenken verschiedener, offenbar aus neuester Zeit herrührender
Pfähle, die wenig tief im Sande stecken und bis zum
Wasserspiegel, selbst über denselben reichen. Er geht von der, wie
wir später sehen werden, nicht wahrscheinlichen Ansicht aus, dass
die Pfahlstelle früherer Zeit Festland war und dass hier eine Colonie
auf trockenem Boden bestand. Dagegen versichert Herr Oberlieutenant
v. Silber eine grosse Menge von ganz geschwärzten, unter
dem Sande verborgenen senkrechten Pfählen beobachtet zu haben.
Letztere Angabe bestätigt die amtliche Aussage des bei den Baggerungsarbeiten
von 1860 — 1862 als Oheraufseher verwendeten
Zimmerpoliers Andreas Spaczil, welche die in grosser Anzahl,
in Entfernungen von 3 — 4 Fuss beisammenstehenden Pfähle, die
theils vermodert, theils ganz steinig waren und unter der Torfschichte
4 — 6 Fuss in den Seeboden eingerammt waren, genau
beschreibt.
Am weitesten verfolgte die Entdeckung der k. k. Hauptmann
im Geniestabe Herr Joseph Kostersitz, welcher, auf die wahrscheinliche
Bedeutung derselben als Pfahlbau aufmerksam, auf das
Vorkommen von Pfahlwerk und dessen Begrenzung ein besonderes
*) Eine Notiz über diesen Fund, so wie die Abbildung mehrerer von Herrn v. Silber
an Dr. Keller in Zürich gesandten Bronzen findet sich in Keller's fünftem Pfahlbaubericht
(Mitth. d. antiq. Gesellsch. in Zürich XIV, Heft 6, S. 142 (14), Taf.
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