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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 48. Band, (Jahrgang 1864)

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v.  Sacken

Art  des  Vorkommens  zahlreicher  Pfähle  mit  Artefacten  und  anderen
Spuren  der  längeren  Anwesenheit  von  Menschen  auf  dieser  Stelle
in  vorchristlicher  Zeit,  zu  dieser  Annahme  berechtigen.  Allerdings
ist  gerade  hier,  dicht  hei  einer  sehr  alten^  vielleicht  schon  in  spät
römischer  Zeit  gegründeten  Festung  doppelte  Vorsicht  geboten,  da
allerlei  Verhältnisse  stattgefunden  haben  können,  durch  die  eine
Täuschung  um  so  eher  möglich  ist.
Im  Folgenden  stelle  ich  die  bisherigen  Ergebnisse  nach  den
Berichten  des  Herrn  Hauptmanns  imGeniestabe  Joseph  Kostersitz,
und  anderer  Augenzeugen,  nach  meinen  eigenen  an  Ort  und  Stelle
vorgenommenen  Untersuchungen  und  nach  den  gemachten  Funden
zusammen,  den  endgiltigen  Schiedsspruch  dem  Resultate  weiterer
Nachforschungen  anheimstellend.
Unweit  der  Festung,  und  zwar  am  südwestlichen  Seeufer  bei  j
(s.  den  Plan)  wurde  im  Jahre  1830  eine  Ufermauer  erbaut,  bei
deren  Fundirung  viele  Stücke  von  derben  Thongefässen  gefunden
wurden,  denen  man  aber  weiter  keine  Beachtung  schenkte.  Sie
sollen  nach  dem  Ausspruche  bei  dem  Bau  beschäftigter  Personen
mit  den  später  im  See  gefundenen  identisch  gewesen  sein.  Es  ist
diese  Stelle  wegen  der  Richtung  und  wahrscheinlichen  Ausdehnung
des  Pfahlbaues  von  Bedeutung.
Beim  Ausbaggern  eines  Zufahrtscanales  für  die  Flottille  im
Jahre  1851  stiess  man  zwischen  eh  und  dg  auf  einem  Raume  von
ungefähr  1000  Quadratklaftern  auf  zahlreiche  Pfähle  und  hob  eine
namhafte  Anzahl  von  Bronzegegenständen  heraus;  erstere  wurden
meist  verbrannt,  letztere  grossentheils  von  den  Arbeitern  verschleppt
und  im  Gewichte  von  15—20  Pfund  nach  dem  Metalhverthe  verkauft.
Eine  kleine  Sammlung  legte  der  mit  der  Leitung  der  Arbeiten  betraute ­
  Major  des  Geniestabes  Amerling  an,  von  der  10  Stücke  in  das
k.  k.  Antikencabinet  gelangten.  Über  den  Fund  und  das  Vorhandensein ­
  von  vielen  theils  vermorschten,  theils  im  Wasser  erhärteten  Pfählen ­
  in  einer  Tiefe  von  6  —  7  Fuss  unter  dem  Wasser,  liegt  die  schriftliche, ­
  von  Major  Amerling  bestätigte  Aussage  des  Contrahenten
der  Arbeiten  Giuseppe  Danieli  vor.  Die  erwähnten  Bronzeobjecte,
so  wie  einige  von  damals  anwesenden  Arbeitern  nachträglich  acquirirte
  sind  vollkommen  mit  den  später  gefundenen  übereinstimmend.
Die  dritte  Fundperiode  von  Alterlhümern  im  See  beginnt  mit
dem  Jahre  1860,  Indem  nämlich  eine  Kriegsflottille  geschaffen  und
            
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