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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 48. Band, (Jahrgang 1864)

Der  Pfahlbau  im  Garda-See.

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spätere  Palisaden)  erweisen.  Oft  wurden  bei  den  Schweizer  Pfahlbauten ­
  auch  Bohlen  von  der  auf  den  Pfählen  errichteten  Bühne
gefunden,  doch  mögen  diese  oft  als  über  dem  Wasser  befindlich
verbrannt,  oder,  da  sie  des  leichteren  Spaltens  wegen  gerne
aus  weichem  Holz  verfertigt  wurden,  bis  zur  Unkenntlichkeit  vermorscht ­
  sein.  Sodann  müssen  zwischen  dem  Pfahlwerk  unter  der
neueren  Sand-  oder  Schlammschichte  Fundstücke  nachgewiesen
werden,  die  ihrer  Natur  nach  keinen  Zweifel  übrig  lassen,  dass  sie
von  untergegangenen  Wohnungen,  —  nicht  etwa  von  Schilfen,  wie
solchem  Flüssen  z.  B.  am  Donauwirbel,  am  Bingerloch  Vorkommen  —
herrühren;  derartige  sind  Werkzeuge  und  allerlei  Hausrath,  wie  er
eben  zu  Wohnungen,  selbst  der  einfachsten  Art,  gehört,  massenweise ­
  Holzkohlen,  verschiedene  Gefässe,  Küchenabfälle  wie  Knochen
verspeister  Thiere,  pflanzliche  Überreste,  bearbeitetes  Holz  u.  s.  w.
Auch  da  ist  ein  vereinzelter  Fund  noch  nicht  entscheidend,  der  immerhin ­
  einen  zufälligen  Grund  haben  kann,  sondern-  es  müssen  sich  derartige ­
  Überbleibsel  auf  einer  grösseren  Strecke  verbreitet  vörßnden;
sind  nicht  zahlreiche  Pfähle  dabei,  so  lassen  sie  allein  eben  so  wenig
auf  einen  Pfahlbau  schliessen,  als  blos  Pfähle  allein,  deren  bisweilen ­
  hunderte  zu  Zwecken  der  Fischerei  eingeschlagen  wurden,
denn  von  den  Landansiedlern  wurde  zu  allen  Zeiten  ein  benachbartes ­
  Wasser  gerne  benützt  um  die  unnützen  Abfälle  des  Herdes
und  Hauses  zu  versenken.  Endlich  muss  durch  die  Uferbildung,  die
Sehichfungs-  und  Wasserstandsverhältnisse  dargethan  werden,  dass
die  Pfahlstelle  damals  als  sie  bewohnt  war,  isolirt  im  Wasser  stand.
Über  die  Zeitperiode,  welcher  im  Allgemeinen  die  Ansiedlung  angehört ­
  und  die  Culturstufe  ihrer  Bewohner  können  nur  mehrere  und
charakteristische  Fundstücke  (rohe  Gefässe  allein  gewähren  noch
keinen  untrüglichen  Anhaltspunct,  da  sich  solche  bis  in  die  neuere
Zeit  finden)  entscheiden.
Im  Garda-See,  in  der  Nähe  der  Festung  Peschiera,  wurden
seit  einigen  Jahren  zahlreiche,  sehr  interessante  Funde  gemacht,
welche  allen  Umständen  nach  zu  schliessen,  von  einem  Pfahlbaue
herrühren.  Wenn  auch  die  Verhältnisse  noch  nicht  in  grösserer
Ausdehnung  in  Absicht  auf  archäologische  Erforschung  wissenschaftlich ­
  untersucht  sind,  so  dürfte  doch  das  Zusammentreffen  der  charakteristischen ­
  Merkmale  und  die  von  verschiedenen,  bei  der  Auffindung ­
  anwesenden  Personen  unabhängig  von  einander  bestätigte
            
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