Der Pfahlbau im Garda-See.
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spätere Palisaden) erweisen. Oft wurden bei den Schweizer Pfahlbauten
auch Bohlen von der auf den Pfählen errichteten Bühne
gefunden, doch mögen diese oft als über dem Wasser befindlich
verbrannt, oder, da sie des leichteren Spaltens wegen gerne
aus weichem Holz verfertigt wurden, bis zur Unkenntlichkeit vermorscht
sein. Sodann müssen zwischen dem Pfahlwerk unter der
neueren Sand- oder Schlammschichte Fundstücke nachgewiesen
werden, die ihrer Natur nach keinen Zweifel übrig lassen, dass sie
von untergegangenen Wohnungen, — nicht etwa von Schilfen, wie
solchem Flüssen z. B. am Donauwirbel, am Bingerloch Vorkommen —
herrühren; derartige sind Werkzeuge und allerlei Hausrath, wie er
eben zu Wohnungen, selbst der einfachsten Art, gehört, massenweise
Holzkohlen, verschiedene Gefässe, Küchenabfälle wie Knochen
verspeister Thiere, pflanzliche Überreste, bearbeitetes Holz u. s. w.
Auch da ist ein vereinzelter Fund noch nicht entscheidend, der immerhin
einen zufälligen Grund haben kann, sondern- es müssen sich derartige
Überbleibsel auf einer grösseren Strecke verbreitet vörßnden;
sind nicht zahlreiche Pfähle dabei, so lassen sie allein eben so wenig
auf einen Pfahlbau schliessen, als blos Pfähle allein, deren bisweilen
hunderte zu Zwecken der Fischerei eingeschlagen wurden,
denn von den Landansiedlern wurde zu allen Zeiten ein benachbartes
Wasser gerne benützt um die unnützen Abfälle des Herdes
und Hauses zu versenken. Endlich muss durch die Uferbildung, die
Sehichfungs- und Wasserstandsverhältnisse dargethan werden, dass
die Pfahlstelle damals als sie bewohnt war, isolirt im Wasser stand.
Über die Zeitperiode, welcher im Allgemeinen die Ansiedlung angehört
und die Culturstufe ihrer Bewohner können nur mehrere und
charakteristische Fundstücke (rohe Gefässe allein gewähren noch
keinen untrüglichen Anhaltspunct, da sich solche bis in die neuere
Zeit finden) entscheiden.
Im Garda-See, in der Nähe der Festung Peschiera, wurden
seit einigen Jahren zahlreiche, sehr interessante Funde gemacht,
welche allen Umständen nach zu schliessen, von einem Pfahlbaue
herrühren. Wenn auch die Verhältnisse noch nicht in grösserer
Ausdehnung in Absicht auf archäologische Erforschung wissenschaftlich
untersucht sind, so dürfte doch das Zusammentreffen der charakteristischen
Merkmale und die von verschiedenen, bei der Auffindung
anwesenden Personen unabhängig von einander bestätigte