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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 48. Band, (Jahrgang 1864)

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B  i  sch  o  ff,  Über  einen  deutschen  Beehtscodex

dieser  wie  der  Heinrichauer  vom  Originale  Konrad’s  abgesclirieben
worden,  oder  dass  der  Krakauer  Codex  wie  der  verloren  gegangene
Konrad’s  v.  J.  1306  von  diesem  selbst  aus  denselben  Quellen  geschrieben, ­
  somit  ebenfalls  Original  sei,  oder  endlich  dass  es  gar
keinen  Codex  Konrad’s  für  Cusvelt  v.  J.  1306  gegeben  habe  und  der
Heinrichauer  Codex  eine  Copie  des  Krakauer,  dieser  aber  der  alleinige ­
  Originalcodex  Konrad’s  von  Oppeln  sei,  —  bat  die  erste  die  gewichtigsten ­
  Gründe  für  sich.  Der  aufmerksame  Leser  der  vorstehenden ­
  und  folgenden  Mittheilungen  über  die  Beschaffenheit  des
Krakauer  Codex  wird  jedoch  zugeben  müssen,  dass  dieselben  manche
Anhaltspuncte  für  die  anderen  oben  ausgesprochenen  Vermuthungen
gewähren,  und  eine  bestimmtere  Antwort  über  den  Ursprung  des
Krakauer  Codex  derzeit  namentlich  ohne  genauere  Vergleichung  mit
dem  Heinrichauer  kaum  möglich  ist.
Die  ersten  sechs  Blätter  enthalten  Verzeichnisse  der  Überschriften ­
  und  der  Anfangsworte  der  Artikel,  und  zwar:
a)  Auf  Seite  1—5  das  Begister  über  den  lateinischen  Text
des  sächsischen  Landrechtes,  welches  jedoch  mit  der  ersten  Rubrik:
Quomodo  quis  proprium  suum  possit  conferre  in  hereditatem  anhebt
—  das  Frühere  fehlt  —  und  mit  der  Rubrik:  de  noua  consuetudin e
iudicis  und  den  Anfangsworten:  Judex  non  potest  cum  schliesst.
bJ  Ohne  Unterbrechung  folgt  bis  auf  Seite  9  das  Register  über
das  lateinische  Lübecker  Recht,  beginnend:  Quomodo  quilibet  vir
possit  acquisita  bona  sua  dare.  Hec  enim  sunt  iura  de  lwbek  ciuitate;
schliessend:  Qui  se  ipsum  interficit.  Si  quis  sui  ipsius  ho.  Die  Zahl
der  Artikel  des  Lübecker  Rechtes  in  diesem  Register  beträgt  82.
c)  Auf  Seite  10  beginnt  mit  den  Worten:  Hic  capitulantur  iura
feodalia  et  primo  ponit  magister  prologuin  dicens  das  Register  über
den  lateinischen  Text  des  sächsischen  Lehnrechts.  Es  enthält  42
Artikel  (die  Einleitung  erscheint  nämlich  auch  rubricirt)  und  scbliesst
auf  Seite  12  mit  den  Worten:  Hec  sunt  recompensaciones  animalium.
Das  siebente  Blatt  ist  unbeschrieben.
A.  Auf  dem  achten  Blatte  beginnt  mit  den  Worten:  Incipiunt
iura  ciuilia  meydeburgensis  ciuitatis  que  magister  Cunradus  scripsit
Cracovie  der  lateinische  Text  des  sächsischen  Landrechtes; ­
  der  bis  auf  Seite  135  geht,  ohne  Prolog  92  rubricirte
Artikel  enthält,  und  mit  den  Worten:  statuere  aut  incolis  inponere
absque  provincialium  assensu  schliesst.  Es  ist  dieser  Text  die  sog.
            
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