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B i sch o ff, Über einen deutschen Beehtscodex
dieser wie der Heinrichauer vom Originale Konrad’s abgesclirieben
worden, oder dass der Krakauer Codex wie der verloren gegangene
Konrad’s v. J. 1306 von diesem selbst aus denselben Quellen geschrieben,
somit ebenfalls Original sei, oder endlich dass es gar
keinen Codex Konrad’s für Cusvelt v. J. 1306 gegeben habe und der
Heinrichauer Codex eine Copie des Krakauer, dieser aber der alleinige
Originalcodex Konrad’s von Oppeln sei, — bat die erste die gewichtigsten
Gründe für sich. Der aufmerksame Leser der vorstehenden
und folgenden Mittheilungen über die Beschaffenheit des
Krakauer Codex wird jedoch zugeben müssen, dass dieselben manche
Anhaltspuncte für die anderen oben ausgesprochenen Vermuthungen
gewähren, und eine bestimmtere Antwort über den Ursprung des
Krakauer Codex derzeit namentlich ohne genauere Vergleichung mit
dem Heinrichauer kaum möglich ist.
Die ersten sechs Blätter enthalten Verzeichnisse der Überschriften
und der Anfangsworte der Artikel, und zwar:
a) Auf Seite 1—5 das Begister über den lateinischen Text
des sächsischen Landrechtes, welches jedoch mit der ersten Rubrik:
Quomodo quis proprium suum possit conferre in hereditatem anhebt
— das Frühere fehlt — und mit der Rubrik: de noua consuetudin e
iudicis und den Anfangsworten: Judex non potest cum schliesst.
bJ Ohne Unterbrechung folgt bis auf Seite 9 das Register über
das lateinische Lübecker Recht, beginnend: Quomodo quilibet vir
possit acquisita bona sua dare. Hec enim sunt iura de lwbek ciuitate;
schliessend: Qui se ipsum interficit. Si quis sui ipsius ho. Die Zahl
der Artikel des Lübecker Rechtes in diesem Register beträgt 82.
c) Auf Seite 10 beginnt mit den Worten: Hic capitulantur iura
feodalia et primo ponit magister prologuin dicens das Register über
den lateinischen Text des sächsischen Lehnrechts. Es enthält 42
Artikel (die Einleitung erscheint nämlich auch rubricirt) und scbliesst
auf Seite 12 mit den Worten: Hec sunt recompensaciones animalium.
Das siebente Blatt ist unbeschrieben.
A. Auf dem achten Blatte beginnt mit den Worten: Incipiunt
iura ciuilia meydeburgensis ciuitatis que magister Cunradus scripsit
Cracovie der lateinische Text des sächsischen Landrechtes;
der bis auf Seite 135 geht, ohne Prolog 92 rubricirte
Artikel enthält, und mit den Worten: statuere aut incolis inponere
absque provincialium assensu schliesst. Es ist dieser Text die sog.