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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 48. Band, (Jahrgang 1864)

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Bisch  off  Über  einen  deutschen  Rechtscodex

finden.  Sie  enthält,  in  dicke  mit  Leder  überzogene  Holzdeckel  gebunden, ­
  309  Pergairientblätter  in  Folio  (33  Centimeter  hoch,  24
breit),  wovon  aber  das  Blatt  78  nur  zur  Hälfte  vorhanden  ist.  Eine
jüngere  Hand  hat  die  einzelnen  Seiten  numerirt  und  dieses  halbe
Blatt  mit  der  Zahl  154  b.  bezeichnet.  Vom  Schreiber  selbst,  wie  es
scheint,  wurden  die  Blätter,  worauf  Text—  nicht  Register  —  geschrieben ­
  steht,  mit  rothen  römischen  Zahlen  in  der  Art  numerirt,
dass  die  erste  Seite,  auf  welcher  ein  Text  begann,  die  Ziffer  I,  die
zweite  Seite  die  Ziffer  II,  dann  die  vierte  Seite  die  Ziffer  III,  die
sechste  die  Ziffer  IV  u.  s.  w.  erhielt,  die  letzte  Ziffer  daher  um  1
mehr  als  die  Anzahl  der  Blätter  anzeigt.  Vom  Schreiber  selbst
scheinen  auch  die  rothen  in  der  Mitte  am  untern  Rande  auf  den
letzten  Seiten  der  einzelnen  Pergamentlagen  zur  Bezeichnung  dieser
geschriebenen  Ziffern  herzurühren.  Diese  Zählung  beginnt  erst
nach  dem  ersten  Register  mit  dem  ersten  Textblatt.  Die  meisten
Lagen  enthalten  acht  Blätter,  nur  die  fünfzehnte  hat  sechs,  die
sechzehnte  dagegen,  auf  welcher  Register  geschrieben  sind,  zehn
Blätter;  die  zehnte  Lage  fehlt  und  scheint  schon  beim  Binden  des
Buches  'gefehlt  zu  haben  und  später  —  abgesehen  von  den  ersten
Blättern  —  nur  ein  Blatt  herausgeschnitten  worden  zu  sein,  welches
vermuthlich  unbeschrieben  war  und  auf  das  oben  erwähnte  Blatt
154  b.  folgte.  Die  weggeschnittene  Hälfte  dieses  Blattes  war  gewiss
unbeschrieben  und  fiel  vermuthlich  wie  auch  der  Rand  eines  andern
Blattes  einem  Pergamentbedürftigen  als  Opfer.  Der  Text  ist  vollständig ­
  erhalten.
Der  Codex  ist  durchgehends  doppelspaltig  mit  Freilassung
breiter  Ränder  geschrieben;  die  Spalte  hat  gewöhnlieh  24  Zeilen,
die  Zeile  durchschnittlich  16  Buchstaben.  Die  Schrift  ist  durchaus
dieselbe,  eine  schöne,  grosse,  fette,  mässig  eckige  Minuskel,  gut
lesbar,  namentlich  in  den  deutschen  Texten  mit  wenigen  und  den  gewöhnlichsten ­
  Abkürzungen.  Die  Initialen  sind  blau  und  rotli,  vor  den
Artikelüberschriften,  die  im  Text  und  Register  roth  geschrieben  sind (
blau,  vor  dem  schwarzgeschriebenen  Text  roth.  Nicht  selten  setzte
der  Schreiber,  der  überhaupt  nicht  liederlich  schrieb,  um  leeren  Raum
auszufüllen,  den  ersten  Buchstaben  eines  Wortes  an  das  Ende  der
Zeile  und  schreibt  dann  am  Anfang  der  nächstfolgenden  doch  noch  das
ganze  Wort.  Uber  dem  i  steht  überall  ein  schräger  Strich,  niemals  ein
Punct,  für  das  s  am  Anfang  und  in  der  Mitte  des  Wortes  stets  das
            
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