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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 48. Band, (Jahrgang 1864)

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Mussaffa

du  in  zehn  Tagen  sterben  wirst;  sieh  zu,  dass  der  Tod  dich  nicht
unvorbereitet  finde.  Mich  wird  Gott  erlösen.“  Und  in  demselben
Augenblicke  öffnet  die  Leiche  die  Hände,  sie  erhebt  die  Arme,  all—
rnälich  und  sanft  steigt  sie  hinunter  und  gibt  dem  Lebenden  den
Friedenskuss.  Heide  glänzen  in  strahlendem  Lichte,  der  Büssende
aber  fällt  zur  Erde  und  ist  todt.  Verwunderung  und  Schrecken
bemächtigen  sich  der  Anwesenden;  der  Papst  befiehlt,  dass  die  zwei
Freunde  in  jener  Gruft  bestattet  werden,  die  für  ihn  selbst  vorbereitet ­
  war,  in  zehn  Tagen  werde  er  ihnen  folgen.  Da  bescheidet  er
nach  Rom  die  Cardinäle,  die  Bischöfe,  alle  Würdenträger  der  Kirche.
Am  zehnten  Tage  versammelt  er  sie  um  sich  und,  ein  neuer  Moses,
gibt  er  ihnen  weise  Lehren,  spricht  über  die  christlichen  Tugenden
und  über  das  Heil  der  Kirche  und  stirbt.  Wie  man  ihn  nun  beisetzen
will,  findet  man  die  Körper  der  zwei  Freunde  innig  verbunden;  bald
aber  trennen  sie  sich  und  lassen  dem  Neuangekommenen  Raum  zwischen ­
  ihnen.  —  Dort  ruhen  sie  nun  alle  drei  in  Frieden.  —
Uber  einen  der  hervorragendsten  Züge  dieser  Erzählung,  das
Auffinden  des  Ringes  im  Bauche  eines  Fisches,  vgl.  Menzel,
Christliche  Symbolik,  Regensburg  1854,  I  291.  Reinhold  Köhler
versprach,  Germania  II  432  Anm.,  darüber  bei  Untersuchung
einer  (wie  er  mir  freundlichst  schreibt,  der  Gregorius-)  Legende
ausführlich  zu  handeln;  inzwischen  sind  A.  Kaufmann’s  Quellenangaben ­
  u.  s.  w.,  Köln  1862,  erschienen,  wo  S.  1-4  zahlreiche
Nachweise  zusammengestellt  sind.  Das  Auffinden  des  Ringes  steht
hier  dann  mit  einem  andern  bedeutsamen  Zuge  im  Zusammenhänge:
die  Lossprechung  von  der  Sünde  wird  an  eine  Bedingung  geknüpft,
deren  Verwirklichung  beinahe  unmöglich  erscheint,  und  die  trotzdem ­
  bei  aufrichtiger  Reue  des  Sünders  durch  Gottes  Hilfe  eintritt.
So  sollte  dem  Johannes  Chrysostomus  nur  dann  verziehen  werden,
wenn  ein  noch  säugendes  Kind  ihn  angeredet  hätte  1 ).
234“—  250\  Historia  Joseph  iranslata  de  arabico  in  latinum
per  fratrem  Alfonsum  ordinis  praedicatorum.
Am  Schlüsse:
Explicit  historia  Joseph  secundum  JEgyptios  translata  de
arabico  in  latinum  per  fratrem  Alfonsus  Bonihominis  Hispani

*)  Über  diese  Legende,  welche  mit  der  spanischen  Monserrate-Sage  des  Johannes
Garin  Zusammenhang!,  wird  bald  JD'Ancona  ausführlich  berichten.
            
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