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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 48. Band, (Jahrgang 1864)

Über  die  Quelle  des  altfraiizösiscben  „Dolopäthns“.

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Last;  bald  wird  sie  ihm  ganz  unfühlbar.  Er  langt  in  Rom  an,  und
geht  zur  Tiberbrücke,  wo  der  Papst  mit  seinen  Cardinälen  sitzt.
Das  dicht  gedrängte  Volk  zertheilt  sich  und  macht  der  wunderbaren
Erscheinung  Platz,  dem  Sünder  mit  dem  Todten  auf  dem  Rücken.
Er  beichtet  seine  Schuld;  der  Papst  erklärt  aber,  ihm  den  Ablass
nicht  geben  zu  können:  „Te  qua  ratione  solvam,  quem  visibiliter
Deus  ligat?  Sieli  nun  diesen  Ring,  betrachte  ihn  wohl,  auf  dass
du  ihn  wieder  zu  erkennen  vermögest;  wenn  du  ihn  mir  zurückbringst, ­
  will  ich  dir  die  Absolution  ertheilen.“  Und  mit  diesen  Worten
schleudert  der  Papst  den  Ring  in  die  Tiber  hinunter.  Der  arme
Sünder  ist  der  Verzweiflung  nahe;  doch  bald  ermannt  er  sieh,  er
hat  Vertrauen  in  die  Barmherzigkeit  Gottes  und  zieht  weiter  gegen
das  heilige  Land.  Au  das  Meer  gelangt,  findet  er  drei  Fischer,
welche  gerade  beschäftigt  waren,  ihre  Netze  zu  trocknen  und  auszubessern. ­
  Er  bittet  um  ein  Almosen,  worauf  einer  der  Fischer  ihm
zuruft,  dort  im  Korbe  neben  dem  Feuer  sich  den  grössten  Fisch
auszusuchen;  er  möge  diesen  aber  sorgfältig  ausweiden,  denn  er
würde  in  ihm  vielleicht  etwas  Angenehmes  finden.  Der  arme  Pilger
befolgt  den  Rath  und  in  den  Eingeweiden  des  Fisches  findet  er  den
Ring  des  Papstes.  Vor  Schrecken  und  Freude  fällt  er  in  Ohnmacht,
und  als  er  endlich  durch  die  sorgsame  Pflege  des  Fischers  seine
Sinne  wieder  erlangte,  sagt  ihm  dieser:  „Nun  geh’  zurück  nach  Rom,
zeige  dem  Papste  seinen  Ring  und  bitte  ihn  um  Ablass.  Weigert  er
ihn  dir,  so  kündige  ihm  seinen  baldigen  Tod  an;  was  dich  aber
betrifft,  so  magst  du  sofort  von  deiner  Last  befreit  werden,  und
deine  gereinigte  Seele  wird  die  deines  Gefährten  im  Himmel  einholen. ­
  Ich  bin  der  heilige  Petrus  und  die  da  sind  Paulus  und  mein
Bruder  Andreas.“  Als  er  dies  gesagt  hatte,  verschwanden  alle  drei,
mit  ihnen  das  Schiff  und  die  Netze  und  der  Korb.  Nur  das  Feuer
blieb;  daran  kochte  der  Pilger  seinen  Fisch  und  stärkte  sich.  In
Rom  angelangt,  findet  er  den  Papst,  die  Cardinäle  und  das  Volk
wieder  an  derselben  Stelle.  Er  reicht  dem  Ersten  den  Ring  dar  und
bittet  um  Ablass.  „Wie  konntest  du  ihn  so  schnell  finden?“  —  „Der
heilige  Petrus  half  mir;  er  schickt  mich  zu  dir.“  —  „Warum  sprach
er  dich  nicht  sofort  selbst  von  deiner  Schuld  frei?“  —  „Auf  dass  der
Ruhm  Gottes  vor  dem  versammelten  Volke  verkündet  werde.“  —
„Ich  vermag  dich  nicht  loszusprechen.  Quem  Petrus  non  absolmt
cum  valuit,  hunc  absolvere  nee  ego  possum.“  —  „Nun  wisse,  dass
            
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