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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 48. Band, (Jahrgang 1864)

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M  u  s  s  a  f  i  a

tempus  cum  mortificatione  corporis  Deo  laudabiliter  servicns  peregit,
  cid  est  honor  et  gloria  in  saecula  saeculorum.  Amen.
214 b —223“.  Quaedam  pulclierrima  narratio  de
duobus  sociis.
Prolog:  Sicut  semper  vinum  bibere  aut  semper  aquam  contrarium
  est,  alternis  autem  uti  delectabile,  ita  si  sermo  semper
fit  de  testibus  non  erit  gratus.  Emergamus  itaque  de  testibus  et
ad  altiora  veniendo  pro  rerum  et  causarum  varietatibus  et  noster
varietur  ac  alteretur  sermo.  Fides  nemini  extorquetur;  non  enim
visa  sed  audita  referrimus;  solum  omnipotentiae  Creatoris  pie
deferatur,  cui  cum  voluerit  subest  et  posse.
Die  Geschichte  selbst  beginnt:  Regem  fuisse  quemdam  regnum
  subjectosque  pie  regentem  audivi.  Huic  firater  erat  carne,
fide  tarnen  et  morum  probitate  germanior.
Ein  Höfling  macht  sich  eines  grossen  Vergehens  schuldig  und
wird  zur  Verbannung  verurtheilt.  Er  wendet  sich  an  den  Bruder
des  Königs  und  bittet  um  seine  Fürsprache.  Wie  nun  dieser  vor
den  König  tritt  und  ihm  sein  Anliegen  Vorbringen  will,  versagt  ihm
plötzlich  die  Rede.  Erst  nach  geraumer  Zeit  bekömmt  er  wieder  die
Sprache  und  erbittet  die  Begnadigung  des  Schuldigen.  Vom  Könige
um  die  Ursache  seines  Verstummens  befragt,  antwortet  ex*,  er  hätte
sich  an  das  jüngste  Gericht  erinnert;  da  habe  ihn  ein  so  grosser
Schrecken  übermannt,  dass  ihm  die  Stimme  ihren  Dienst  versagte.
Er  wolle  daher  auch  den  Palast  verlassen,  allen  Herrlichkeiten  des
Lebens  entsagen  und  als  armer  Pilger  die  Welt  durchwandern.  Er
vollzieht  seinen  Entschluss.  Nach  drei  Tagen  begegnet  er  einem
Unbekannten,  der  sich  ihm  als  Gefährten  anbietet.  Sie  wandern
zusammen  gegen  Rom,  als  der  Königsbruder  erkrankt.  Mit  Mühe
schleppt  er  sich  fort:  jeden  Augenblick  muss  er  innehalten  und  ausruhen. ­
  Theils  aus  Ungeduld  darüber,  theils  aus  Gier  nach  dessen
Habe,  beschliesst  der  treulose  Gefährte  seinen  Tod;  von  der  Spitze
eines  Bei-ges  stürzt  er  ihn,  ein  neuer  Kain,  in  den  tiefen  Abgrund.
Da  ei-hebt  sieb  aber  plötzlich  die  Leiche,  ereilt  in  schnellem  Laute
den  Mörder  und  setzt  sich  fest  auf  seinen  Nacken.  Umsonst  versucht
der  Unglückliche  sich  der  grauenvollen  Last  zu  entledigen,  er  muss
sie  immerfort  tragen.  Da  fühlt  er  bittere  Reue;  er  zieht  von  Stadt
zu  Stadt,  überall  laut  seine  Schuld  bekennend.  Und  je  weicher  sein
Gemüth,  je  tiefer  seine  Zerknirschung,  desto  leichter  wird  ihm  seine
            
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