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M ii s s a f i a
Seine Frau wurde, nachdem sie ihm einen Sohn und eine
Tochter geboren, aussätzig. Da drangen seine Freunde und Verwandten
in ihn, er solle sich von ihr trennen; er zog es aber vor, die
Heimat zu verlassen, und mit seinem geliebten unglücklichen Weibe
die Welt zu durchwandern. — Der König von Portugal führte
damals Krieg gegen zwei heidnische Könige. In einem Treffen
wurde er getödtet und die Sieger belagerten die Hauptstadt seines
Reiches, wo die Witwe lebte. Rudolf kam ihr zu Hilfe, und als
später zwischen den zwei kriegführenden Mächten beschlossen
wurde, den Streit durch einen Zweikampf entscheiden zu lassen,
war Rudolf der Kämpe der Christen; er besiegte seinen Gegner
und befreite Portugal von den Heiden. Sein Wirth erzählt ihm nun
von einer Quelle in einem naben Walde, deren Wasser den Aussatz
heile; nur sei der Zugang zu derselben von einer grossen Anzahl
Schlangen und anderer giftigen Thiere bewacht; manch’ edler
Ritter, welcher denselben hatte erzwingen wollen, habe seine Kühnheit
durch das Leben büssen müssen. Rudolf aber trotzt jeder
Gefahr, er besiegt die Schlangen, und seine Frau steigt wie neugeboren
aus dem heilenden Bade heraus. Doch bald lässt sich die
Treulose von ihrem Wirthe bethören, ihren Mann zu verlassen und
sich mit ihren Kindern zu einem heidnischen Könige zu begeben,
der sie zu seiner Frau macht. Rudolf setzt ihr, als Krämer verkleidet,
nach. In der Stadt angelangt, wo die Treulose lebt, stellt er
im Vorhofe des Tempels seine Waaren aus. Da nahen auch seine
Kinder; der Knabe erkennt ihn sogleich und theilt es der Mutter
mit. Diese aber lässt ihren früheren Gemahl festnehmen, und wie
der König ihr die Entscheidung über das Schicksal des Gefangenen
anheimstellt, ersinnt sie einen martervollen Tod. Sie lässt Rudolf
an eine Säule im Schlafgemache des Königs binden und unter ihn
glühende Kohlen setzen, die ihn langsam versengen sollten. Seine
Qualen zu vermehren, besteigt sie mit ihrem Buhlen das Bett und
sie fröhnen dem Liebesdienste. Dabei ermatten sie, und schlafen
so fest ein, dass selbst die Wehklagen Rudolfs sie nicht zu erwecken
vermögen. Nun springt der Knabe seinem Vater bei und
löst seine Bande. Rudolf tödtet die Schlafenden und entflieht mit
seinem Sohne in die Heimat, wo er endlich „plenus (Herum felicium
anima in Bei manibus commendata viam est universae carnis
in ressus.