Skip to main content Jump to sidebar

Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 48. Band, (Jahrgang 1864)

Über  die  Quelle  des  altfranzösischen  „Dolopathos“.

257

enthält  als  der  uns  vorliegende  lateinische  Text,  so  ist  es  wahrscheinlicher, ­
  dass  er  dabei  einer  anderen  Handschrift  gefolgt  sei,  als
dass  er  die  zwei  Episoden  aus  eigenem  Antriebe  hinzugefügt  habe.
Eine  Ausgabe  des  Werkes  des  Johannes  de  Alta  Silva  wäre
meiner  Ansicht  nach  recht  wünschenswerth;  mit  der  blossen  Wiener
Handschrift  Hesse  sie  sich  zur  Noth  veranstalten;  indessen  ist  zu
hoffen,  dass  jetzt  wo  Anfang  und  Ende  des  Werkes  bekannt  sind,
es  den  Bemühungen  der  Forscher  gelingen  werde,  irgend  eine
andere  Handschrift  nachzuweisen.

Ich  lasse  nun  die  Beschreibung  der  Handschrift  folgen.
Sie  führt  die  Nummer  4739  (einst  Recens  2191),  ist  auf  Papier
im  XV.  Jahrhunderte,  und  zwar  nach  Unterschriften  in  den  Jahren
1459  —  1460,  geschrieben  worden  und  besteht  aus  289  Blättern  in
4°.  Auf  der  ersten  Seite  findet  sich  in  rother  Schrift  angemerkt:
„Iste  liber  domus  sancte  trinitatis  prope  Brunnam  ordinis  Corthusietisis
  in  Kunigsfel  •).“
Die  Handschrift  enthält  folgende  Stücke:
1"—103".  Speculum  liumanue  salvationis.  Am  Schlüsse  der
gewöhnliche  Prologes  mit  der  Parabel  der  Eiche,  und  die  gereimte
Inhaltsangabe,  welche  hier  den  Titel:  „Liber  domitii  Stanislai  de
Praga“  führt.
104"—  123 b .  Burchardus  de  Monte  Sion.  Terrae
Sanctae  descriptio.
129"—182".  Das  Werk  des  Johannes  de  Alta  Silva.
182 b —190 b .  Die  Geschichte  Griseldis,  von  Petrarca  dem
Boccaccio  nacherzählt,  sammt  dem  einleitenden  Briefe.
190 b —203 b .  Gleichsam  als  Gegensatz  zu  diesem  edlen  Beispiele ­
  der  Weibertreue  folgt  Historia  infidelis  mulieris.
Beginn:  Erat  olim  in  Franconiae  partibus  miles  quidam
nomine  Rudolphus  de  Sliisselberg  qui  et  armorum  excellentia
siiorum  praecellebat  ortum  natalium  et  divitiis  affluebat  exabundantium
  facültatum.

1 J  Über  dieses  Kloster  siehe  Wolny,  kirclil.  Topogr.  v.  Mähren  i  206  if.  Dass  der  Schreiher
  ein  Mährer  war,  ersieht  man  ans  fol".  t<>3 a .  In  der  sechsten  Erzählung  des  „Dolopathos“
  stehlen  die  drei  Brüder  das  Pferd  der  Königin»  dadurch,  dass  sich  der  jüngste
in  einem  Bündel  Gras  versleckt:  collegerunt  /ierbae  quam  vocamus  okniete  fasciculum.

Sitzb  d.  phil.-hist.  CI.  XLV1I1.  Bd.  I.  Hft.

17
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.