Über die Quelle des altfranzösischen „Dolopathos“.
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enthält als der uns vorliegende lateinische Text, so ist es wahrscheinlicher,
dass er dabei einer anderen Handschrift gefolgt sei, als
dass er die zwei Episoden aus eigenem Antriebe hinzugefügt habe.
Eine Ausgabe des Werkes des Johannes de Alta Silva wäre
meiner Ansicht nach recht wünschenswerth; mit der blossen Wiener
Handschrift Hesse sie sich zur Noth veranstalten; indessen ist zu
hoffen, dass jetzt wo Anfang und Ende des Werkes bekannt sind,
es den Bemühungen der Forscher gelingen werde, irgend eine
andere Handschrift nachzuweisen.
Ich lasse nun die Beschreibung der Handschrift folgen.
Sie führt die Nummer 4739 (einst Recens 2191), ist auf Papier
im XV. Jahrhunderte, und zwar nach Unterschriften in den Jahren
1459 — 1460, geschrieben worden und besteht aus 289 Blättern in
4°. Auf der ersten Seite findet sich in rother Schrift angemerkt:
„Iste liber domus sancte trinitatis prope Brunnam ordinis Corthusietisis
in Kunigsfel •).“
Die Handschrift enthält folgende Stücke:
1"—103". Speculum liumanue salvationis. Am Schlüsse der
gewöhnliche Prologes mit der Parabel der Eiche, und die gereimte
Inhaltsangabe, welche hier den Titel: „Liber domitii Stanislai de
Praga“ führt.
104"— 123 b . Burchardus de Monte Sion. Terrae
Sanctae descriptio.
129"—182". Das Werk des Johannes de Alta Silva.
182 b —190 b . Die Geschichte Griseldis, von Petrarca dem
Boccaccio nacherzählt, sammt dem einleitenden Briefe.
190 b —203 b . Gleichsam als Gegensatz zu diesem edlen Beispiele
der Weibertreue folgt Historia infidelis mulieris.
Beginn: Erat olim in Franconiae partibus miles quidam
nomine Rudolphus de Sliisselberg qui et armorum excellentia
siiorum praecellebat ortum natalium et divitiis affluebat exabundantium
facültatum.
1 J Über dieses Kloster siehe Wolny, kirclil. Topogr. v. Mähren i 206 if. Dass der Schreiher
ein Mährer war, ersieht man ans fol". t<>3 a . In der sechsten Erzählung des „Dolopathos“
stehlen die drei Brüder das Pferd der Königin» dadurch, dass sich der jüngste
in einem Bündel Gras versleckt: collegerunt /ierbae quam vocamus okniete fasciculum.
Sitzb d. phil.-hist. CI. XLV1I1. Bd. I. Hft.
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