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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 48. Band, (Jahrgang 1864)

Über  die  Quelle  des  altfranzösischen  „Dolopalhos“.

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A.  d’  Ancona  dagegen  kann  sich  in  der  Einleitung  zu  seiner  Ausgabe
des  „Libro  dei  sette  savjPisa  1864,  S.  XXIV  nicht  entschlossen,
der  Meinung  Montaiglon’s  beizupflichten,  und  wiederholt  das  Argument ­
  Loiseleur’s,  dass  man  im  Mittelalter  „si  diceva  tradmione
una  imitazione  fatia  conservnndo  tutta  la  possibile  libertuEin
glücklicher  Zufall  macht  mir  möglich,  diese  Streitfrage  zu  endgiltiger
  Entscheidung  zu  bringen.  In  einer  manches  Interessante  enthaltenden ­
  Handschrift  des  XV.  Jahrhunderts  der  k.  k.  Hofbibliothek
in  Wien,  deren  nähere  Beschreibung  ich  am  Schlüsse  beibringe,  fand
ich  das  gesuchte  Original  Herbert’s.  Es  führt  den  Titel:
Historia  pulcherrima  ac  delectabilis  Lucinii,  qui  fuit  discipulus
  Virgilii  magni  philosophi,  utilis  pro  liumilitale,  p  (dientia,
obedientia,  castitate  et  silentio  servandis.
Da  die  Schrift  mit  den  Worten  „Cum  igitur“  anhebt,  so
scheint  etwas  Vorangehendes  zu  fehlen;  vielleicht  die  Dedication;
wahrscheinlicher  aber  irgend  ein  kurzer  Prolog.  Und  in  der  That
am  Schluss,  wo  sich  der  Verfasser  gegen  den  Vorwurf  vertheidigf,
unglaubwürdige  Geschichten  erzählt  zu  haben,  sagt  er:  „Lectorem
rogo  ne  incredibilia  scripsisse  me  contendat  nec  me  judieet  reprehensibilem
  quasi'  eos  imitatus  sim  quorum  una  (vitia?)  in  libri
praefatiuncula  scripserim.  “
Um  das  Verhältniss  des  lateinischen  Textes  zum  französischen
am  leichtesten  erkennen  zu  lassen,  will  ich  nun  gleich  den  ersten
Abschnitt  vergleichen:

121  Au  tens  qu'Augustus  tenoit  Rome,
Qui  sires  fu  de  tant  preudomc,
De  l’empire  de  Romenie
Et  del  reigne  de  Lombardie,
125  Qui  fü  sires  ä  la  reonde
Des  .iiij.  parties  del  monde,
Des  dus,  des  princes  et  des  rois
Et  par  tout  fist  garder  ses  lois,
Fu  nez  un  rois  moult  nobles  hon

Cuin  igitur  sub  divo  Augusfo  Romanorum ­
  fortuna,  Italiae  finibus  non  contenta,

Iatius  se  per  quadrifaria  mundi  elimata
texisset
eorumque  imperio  reges  et  principes
tum  totius  orbis  latitudine  tarn  feliciler
quam  fideliter  subjacerent,
fuit  rex  quidam  ex  nobilium  Trojanol’egard

  de  (original“)  und  wenn  noch  neulich  Amador  de  los  Rios  (Hist.  crit.  de  la
lit.  espan.  III  336  Anm.J  den  spanischen  Druck,  Burgos  1530,  welcher  mit  der  Historia
iibereinstiinmt,  als  eine  Übersetzung  der  „Version  latina  hecha  por  el  monje  de
Alla  Silva u  bezeichnet,  so  kann  man  fiiglich  annehmen,  dass  beiden  die  Untersuchung ­
  Montaiglon’s  unbekannt  geblieben  ist.
            
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