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M u s s a f i a
eine sehr weite Auslegung geben; wenn er sagt, „er hätte aus dem
Lateinischen sein Wälsclies gezogen“, so hatte er nur den Stoff in
seinen äussersten Umrissen entlehnt, alles Übrige aus Eigenem hinzugesetzt.
Dieser Meinung pflichtet Loiseleur-Deslongchamps hei;
er bezeichnet die Historia beständig (vgl. z. ß. die Anmerkung zu
S. 144, 149, 1S1 u. S. 179) als das Werk des Johannes, und um die
grossen Abweichungen des „Dolopathos“ zu erklären, erinnert er
daran, wie wenig sich die Übersetzer des Mittelalters an ihre Vorlage
für gebunden hielten, wie sie nach ihrem Gutdünken wegliessen,
hinzusetzten, kurz das Original auf jede erdenkliche Weise umstalteten.
Darum spricht er wiederholt von der Originalität Herbert’s: „H. a
ajoute plusieurs contes, en developpant d’ailleurs, ä sa mattiere,
ceux qu’il a conserve's“ (S. S6); sein Werk ist eine „Imitation tres
libre“ (S. 89) u. s. w. Anders Montaiglon, jener unter den Herausgebern
des „Dolopathos“, von dem die Vorrede herrührt. Er
meint, dass wenn Herbert wiederholt behauptet, übersetzt zu haben,
man keinen Grund habe, ihm nicht glauben zu wollen; eine Übersetzung
aber, welche nur im Grundmotive mit ihrem Originale
übereinstimme, Allem anderen aber eine durchwegs verschiedene
Gestalt gebe, höre auf eine solche zu sein; und der Verfasser
derselben werde wohl der letzte sein, der ihr diese Benennung
ertheile. „Quand on ne traduit pcis“, sagt er trefflich, „iln’y apas
de raison pour dire quon traduit■ Or ce ne serait pas traduire,
meine pour le moyen äge, que de faire intervenir avec cette importance
le personnage nouveau de Virgile, d’ajouter toute wie partie
sur le Christianisme, et sur liuit re'cits d’en avoir cinq nouveaux.“
Er meinte daher, es müssten zwei lateinische Urschriften angenommen
werden: erstens die Historia septem sapientum, dann das Werk
Jean’s, dem Herbert folgte; letzteres aber sei verloren. Dieser Meinung
schliesst sich die „Nouvelle biographie generale“ von D i d o t
(XXIV 289) an, welche ganz richtig hinzufügt: „On ignore donc
quelle part exacte revient ä Herbert et s'il na ete, comme il le
dit lui meme, qu’un simple traducteur.“ Auch R. Köhler, Orient
und Occident II 121, betrachtet Jeau’s Werk als verloren 1 ).
') Wenn die Biographie universelle von Michaud (Bd.XIX) sich der ersten Meinung
anschliesst: („L'ouvrage que Uerbers a pris pour modele cst l'IIist. s. s. de Dam
Jean ... Quoiquc //. nannonce qu'une traduction, il s'est donne de grandes liiertes d