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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 48. Band, (Jahrgang 1864)

232  Dr.  Fr.  Müll  er
jILr&  (haftää),  heistai  „achtzig“  =  neup.  (hastad),  naaai
„neunzig“  =  neup.  ->y  (navad)  entspricht  das  i  vor  ai  einem  alten
Dental;  ob  es  aber  so  wie  im  Neupersischen  (vgl.  Beiträge  zur  Lautlehre ­
  des  Neupersischen  I,  S.  22)  zu  erklären  ist,  bleibt  mir  etwas
zweifelhaft.
ei  entspricht  altem  e,  ai,  z.  B.  cizimi  „Holz“  —  neup.
(hezam),  altb.  (aegma);  keina  „Mädchen,  Tochter“  =  altb.
tup"}  (kahle)',  meistens  stellt  es  aber  eine  breite  Aussprache  von  a,
seltener  ä  dar,  z.  B.  heist  „acht“  =  neup.  (hast)',  zeindim
„Kerker“  =  neup.  i>\xj  (zinddin),  altb.  (zantu);  seisti
„sechzig“  =  neup.  (säst)  ;  seit  „hundert“  =  neup.  Xo
(sad),  meiyes  „Fliege“  =  neup.  (magas),  veiri  „Stimme,
Bekanntmachung“  =  neup.  Jfi  l>  (bang).  >.
au  entspricht  altem  av,  z.  B.  dau  „Gerste“  =  neup.  (gav),
altb.  -"»^0  (gava);  yau  „einer“  =  altb.  (aeva),  nau  „neun“
=  altb.  j"»")  (navan);  meist  stellt  es  aber  eine  Zusammenziehung
von  altem  a  und  darauffolgendem  in  v  erweichtem  Labial  dar,  z.  B.
aiik  „Wasser“  =  neup -  (ab),  altb.  o“  (dp)',  haut  „sieben“
=  neup,  (liaft),  altb,  (haptan);  geraut  „er  ergriff“
=  neup.  Xsj  (girift),  altb -  (gerew),  (gerepta);
sau  „Nacht“  =  neup.  <-*£>  (sab)',  lau  „Lippe“  =  neup.  i_J  (lab)',
bauk  „Vater“  =  neup.  <  >(bdp)',  vaüra  „Schnee“  ==  altb.
(vafra).  In  pauddn'a  „ich  koche“  =  neup.  pj  (pazam)  ist  au
ähnlich  wie  oben  ei  zu  erklären.—Merkwürdig  ist  tau  „Jemand“  =
Pärsi  -<ö'r  (eis)  und  dau  „Dorf“  =  neup.  o  (dih),  wo  au  neben
älterem  i  erscheint.
II.  Consonanten.
Das  Consonantensystem  des  Zaza  stimmt  mit  Rücksicht  auf  die
im  vorigen  Aufsatze  gegebene  Lautübersicht  mit  dem  des  Kurmängi
vollkommen  überein.  Dazu  kommen  noch  zwei  Laute,  nämlich  ein
palatales  n  (fi)  und  ein  im  Anlaute  vorkommendes  w,  das  meistens
an  Stelle  des  7  (altb.  r  und  altes  sv)  eintritt.
            
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