228 Dr. Fr. Müller
jn vielen Fällen finden wir es an Stelle eines älteren d, z. B. herd
„breit“ = neup. ^ ly (faräkh); berd „Bruder“ = neup.jJ>l_y
(birädar), altb. (brdtare)', varän „Regen“ = neupers-(bärdii).
Bemerkenswerth sind: navroda „Mittag“ == kurm.
nivrö, ddu „Dew“ = neup. y J (dev), altb. -“»«"3 (daevaj, wo
altes 1 (aus e entstanden) in a abgeschwächt erscheint.
a entspricht altem ä, z. B. md „wir“ = neup. U (md), altb.
(ahmälcem)\ ämd „ich komme“, vgl. neup. j. (dmadamj;
Kak „Ei“ = neup. klo» (khäyah), kurm. lieh; kärdi „Messer“ =
neup. (kdrdj, kurm. kdr, ärd „erbrachte“ = neup.
(dwurd); nemdd „Gebet“ = neup. jb (naindzj; kdr „Arbeit“
= neup. 3 IT" (kdr), henzär „tausend“ = neup.j^ (hazur).
e ist eine Absehwächung des a, z. B. tend „wie viel“ =
neup. (cand'); henzär „tausend“ =neup.jlj& (hazur)', gcrm.
„warm“ = neup. j>JT(garm), altb. (garema); liergu „ein
jeder“ = neup. (liarkih);— daneben kommt es auch als
Schwächung von u und i vor, z. B. kena „ich mache“, neup,, i?
(kunam); persdn’a „ich frage“ = neup. (pursam); he „dass“
= neup. & (kill). — In vielen Fällen finden wir e am Schlüsse der
Formen (gleichwie im Ossetischen, vgl. meine Beiträge zur Lautlehre
des Ossetischen S. 18), das sich gegenüber den Formen
anderer moderner Dialekte als Zugabe, gegenüber den alten Dialekten
aber als Überrest älterer Bildung herausstellt. Vgl. ähnliches
unter i und u, z. B. vaüre „Schnee“ = altb. (vafra),
neup. j (barf); — byare „bringe“ = neup. jL (biy-dr), altb.
-uL)au (dbara), vgl. auch mebere „bringe nicht“ = neup. / ^o (ma-bar);
arde „er hat gebracht“ = neup. (avurd), altbaktr.
(d-bereta),
c stellt eine Schwächung von a dar, z. B. des „zehn“ =
neup. äJ (dali), altb. ^33 (daran); de st „Hand“ — neup. J