Dr. Fr. Müller, Beiträge zur Kenntniss der neupersischen Dialekte. 227
Beiträge zur Kenntniss der neupersischen Dialekte.
III. Zaza-Dialekt der Kurdensprache.
Von Dr. Friedrich Müller,
Docent der allgemeinen Sprachwissenschaft an der Wiener Universität.
Vorgelegt in der Sitzung vom 12. October 1864-Naclidem
ich in dem vorhergehenden Hefte dieser Beitrage eine
Skizze des wichtigsten Kurdendialektes, des Kurmängi, gegeben
und das Verhältnis des Kurdischen zu den verwandten eränischen
Sprachen dargelegt habe — will ich in der vorliegenden Abhandlung
auf den von Lerch verzeielmeten zweiten Dialekt, das Zaza, übergehen.
— Ich werde bei meiner Darstellung besonders dasjenige
hervorheben, was den in Rede stehenden Dialekt vom Kurmängi
auszeichnet und zum Schlüsse eine Charakteristik desselben zu geben
versuchen.
A. Lautlehre.
I. Vocale.
Das Zaza bat folgende Vocale und Diphthonge: a, d, e, e,
e, i, i, i, u, u, u, o, 6, o, ai, ei, au. Wie man sieht, hat
dasselbe gegenüber dem Kurmängi um zwei Laute, nämlich o und
ei, mehr. Die alten Längen ä, i, u scheinen nicht mehr so ganz
deutlich gefühlt zu werden, da wir dieselben in mehreren Fällen
ihre Quantität ganz einbüssen sehen. — Ich will nun die einzelnen
Vocale der Reihe nach durchgehen.
» entspricht altem a und hält sich besonders bei Verben vor
dem abgefallenen m fest, z. B kisena, „ich tödte“, neup. ^
(kusamj, tinena „ich sammle“ = neup. jCT (nnam); ke'n'a „ich
mache“ = neup. jr(kunäm); bazdr „Markt“ — neup. j (bäzar).
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