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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 48. Band, (Jahrgang 1864)

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Phillips  Samson  von  Tottington,  Abt  von  St.  Edmund.

Nach  Samson  hat  das  Kloster  St.  Edmund  noch  drei  und
zwanzig,  im  Ganzen  drei  und  dreissig  Äbte  gehabt;  der  letzte  war
John  Reeve  aus  Melford,  der  im  Jahre  1514  zu  seiner  Würde,
gelangt  war.  Im  Jahre  1532  erscheint  er  zu  London  bei  dem
Begräbnisse  des  Abtes  Islig  von  Westminster  und  am  4.  November
musste  er  nach  vielen  vergeblichen  Versuchen,  den  Schlag  von  seinem
Kloster  ahzuwenden,  dasselbe  in  die  Hände  König  Heinrich’s  VIII.  aufgeben ­
  i.  Dem  Abte  wurde  eine  jährliche  Pension  von  500  Mark
ausgeworfen;  er  starb  wenige  Monate  darauf  vor  Gram  und  wurde
in  der  St.  Marienkirche  beigesetzt.  Im  Jahre  1560  verlieh  Elisabeth
die  Abtei  der  Familie  Eyre;  bis  zum  Jahre  1720  wechselten  die
Besitzer  vierzehn  Male,  während  welcher  Zeit  dann  auch  die  herrlichen ­
  Gebäude  zum  grossen  Theil  in  Trümmer  zerfielen;  seither
hatte  die  Familie  Davers  sie  längere  Zeit  inne,  von  ihr  ging  die
Abtei  in  den  Besitz  des  Marquis  von  Bristol  über.  Was  den  Werth
dieser  Besitzung  anbetriift,  so  betrugen  die  Einnahmen  im  dreizehnten ­
  Jahrhundert  3000  Pfund;  die  Auflösungscommissarien  berechneten ­
  aus  sehr  eigennützigen  Motiven,  indem  sie  nachher  selbst  die
einzelnen  Höfe  kauften,  sie  auf  nur  2336  Pfund  16  Schillinge.  Im
Jahre  1724  wurde  der  Capitalwerth  auf  200.000  Pfund  geschätzt 3 ,
im  Jahre  1804  betrug  er  bereits  mehr  als  500.000  Pfund.
Schliesslich  möge  noch  bemerkt  werden,  dass  die  Abtei
St.  Edmund’s  die  Grabstätte  mehrerer  hoher  und  berühmter  Personen
geworden  ist 3 ,  namentlich  Alan’s  von  Bretagne  nebst  seiner
Gemahlinn  Constanze,  der  Tochter  Wilhelm’s  des  Eroberers  und
zwei  anderer  Alane,  Grafen  von  Richmond;  des  Thomas  von  Norfolk ­
  (Sohn  Edward’s  I.),  dessen  Leiche  im  Jahre  1772  noch  wohlerhalten ­
  angetroffen  wurde;  des  Thomas  Beaufort,  Sohn  des
John  Gaunt  von  Lancaster  (1427),  des  Dichters  John  Lydgate
(1440)  und  der  Maria,  der  Tochter  Heinrich’s  VII.  und  der  Gemahlinn
Ludwig's  XII,  nachmals  des  Herzogs  von  SulFoIk 4 .
1)  Diese  und  die  nachfolgenden  Notizen  sind  entnommen  aus  Yates  I.  c.  pag.  232  sqq.
2 )  Yates  1.  c.  pag.  173.
3 )  Yates  1.  c.  S.  Ii,  pag.  29  sqq.
4 )  Vergl.  noch  :  Excursions  through  the  County  of  Suffolk.  Vol.  I.  pag.  14.
            
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