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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 48. Band, (Jahrgang 1864)

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•Phillip^

stellte;  dieser  schickte  sie  nach  dem  Schlosse  Eu.  Indessen  die
Sache  war  doch  sehr  theuer,  der  Abt  musste  den  Rittern  für  vierzig
Tage  36  Mark  zahlen  und  es  machten  ihn  einige  Hofleute  darauf
aufmerksam,  er  möge  sich  vorsehen,  da  der  Krieg  lange  dauern
könne;  am  besten  sei  es,  wenn  er  sich  mit  dem  Könige  für  die  Zeit
nach  den  vierzig  Tagen  einige.  Richard  liess  sich  bereit  finden,
100  Pfund  anzunehmen  und  Samson  ein  Decret  auszustellen,  nach
welchem  die  Vasallen  von  St.  Edmund  ihren  Abt  entschädigen  sollten.
Diese  fanden  sich  nach  vielem  Hin-  und  Herreden  mit  dem  Abte  dahin
ab,  dass  sie  ihm  zwei  Mark  für  jedes  Lehen  als  Scutagium  zahlten.
Bei  jener  Gelegenheit  hatte  Samson  König  Richard  zum  letzten
Male  gesellen.  Naehdem  der  Kampf  gegen  Philipp  zu  seinem  Vortheile ­
  ausgefallen  war,  hätte  er,  um  seiner  Rauflust  zu  fröhnen,  eine
Fehde  gegen  den  Vicomte  von  Limoges  begonnen;  es  ist  bekannt,
wie  er  bei  Chaluze  sein  Leben  verlor.  Für  Samson  war  diess  ein
grosser  Verlust,  da  er  sich  Richard’s  Gunst  erfreute,  Während  er  bei
seinem  Nachfolger  Johann  auf  eine  solche  nicht  rechnen  konnte.
Samson  kam  zur  Krönung  des  neuen  Königs  nach  London,
zahlte  ihm  sogleich  200  Pfund  für  die  Bestätigung  von  Mildenhall 1  und
empfing  bald  darauf  einen  Besuch  von  demselben  in  St.  Edmund 3 .
Johann  benahm  sich  hier  äusserst  unköniglich;  die  Mönche  glaubten,
er  würde  nach  königlicher  Sitte  doch  irgend  ein  Geschenk  zurücklassen;
  allein,  was  geschah?  der  König  gab  eine  seidene  Decke  zum
Geschenk,  die  seine  Diener  vomSacrista  entliehen  hatten,  vorher  aber
liess  er  sich  mit  grossen  Kosten  bewirthen  und  gab  dann  endlich
beim  Weggehen  noch  dreizehn  Pence  für  eine  Messe.  Einige  Zeit
später  (1201)  kam  Samson  abermals  mit  König  Johann  zusammen 3 ;
es  erschien  bei  ihm  ein  Bote,  der  ihn  aufforderte,  sogleich  vor  dem
Könige  zu  erscheinen  und  mit  ihm  über  ein  päpstliches  Schreiben
zu  sprechen.  Der  Abt  war  damals  gerade  sehr  leidend  und  eben
dadurch  an  einer  Reise  nach  der  Normandie  verhindert  worden,  die
er  unternehmen  wollte,  um  sich  an  den  König  wegen  einer  Jurisdictionsstreitigkeit ­
  mit  dem  Bischöfe  von  Ely  zu  wenden.  Samson
gerieth  in  einige  Verwirrung  und  weicher  als  sonst,  erbat  er  sich

’)  Rokewood,  Notes  pag.  12ii.
2 )  J  o  c  e  I  i  n  pag.  85'.
3 )  J  o  c  e  I  i  n  pag.  100.
            
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