Lande nicht zuträglich sein, so wie den Grafschaften Norfolk und
Suffolk nicht zur Sicherheit gereichen, wenn der Bischof von Norwich
und der Aht von St. Edmund zu gleicher Zeit fortgingen. Diese
Anwesenheit Heinrich’s müsste demnach in das Jahr 1185 fallen, da
am 17. Januar dieses Jahres die Zusammenkunft des Königs mit
Philipp August zu Gisors stattfand, bei welcher Gelegenheit
beide Fürsten das Kreuz nahmen. Heinrich kam darauf nach England
und hielt sein Parlament zu Gedington in Northhamptonshire, auf
welchem die näheren Bestimmungen über die Unternehmung getroffen
wurden. Von späterer Hand ist aber in dem Manuscripte des
Jocelin der Name Henricus ausgestrichen und dafür Ricus an den
Rand geschrieben. Unter der Voraussetzung der Richtigkeit dieser
Correctur wäre es König Richard Löwenherz und nicht Heinrich
gewesen, welcher diese Wallfahrt nach St. Edmund gemacht hätte.
Dass Richard vor seinem Aufbruche nach dem gelohten Lande nach
St. Edmund kam, ist gewiss und die Anwesenheit des genannten Bischofs
von Norwich wäre auch zu diesem Zeitpuncte möglich. Doch
der Umstand, dass Jocelin sagt, der König habe sich einen Monat
später, nachdem er das Kreuz genommen, dort eingefunden, ist eher
auf Heinrich als aufRichard zu deuten, da dieser vor seinem Vater das
Kreuz nahm und sein Zug nur die Ausführung seines früher gemachten
Gelübdes war. Anderseits ist es wiederum unwahrscheinlich,
dass Samson nicht sollte in Gedington, wo Johann von Norwich das
Kreuz nahm, zugegen gewesen sein 1 . Sonst ist von weiteren
Beziehungen Heinrich’s zu dem Kloster St. Edmund nur noch bekannt,
dass er demselben einen Kelch schenkte 2 .
Nähere Nachrichten erhält man über das Verhältniss Samson’s
zu Richard Löwenherz. Sehr bald nach dem Regierungsantritte dieses
Königs, dessen Krönung er beigewohnt hatte 3 , gelang es dem
Abte, eine jener der Grossthaten auszuführen, wegen welcher Jocelin
ihn besonders pries 4 , nämlich die Wiedererwerbung von Milden-4
) Die Meinungen über diese Frage sind getheilt. Rokewood, Notes pag 127 bezieht
die Stelle auf Heinrich, Yates, History and Antiquities pag. 144 nimmt
dagegen an, Richard sei gemeint. Für diese letztere Meinung dürfte aber auch
der Umstand sprechen, dass Jocelin in seiner Chronik unmittelbar vor und nach
seiner Notiz nur von Ereignissen spricht, die in die Regierungszeit Richard’s fallen-2
) J o c e 1 i n p. 34.
3 ) S. Rokewood, Notes pag. 123.
4 ) Siehe oben XIV. S. 211.