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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 48. Band, (Jahrgang 1864)

Lande  nicht  zuträglich  sein,  so  wie  den  Grafschaften  Norfolk  und
Suffolk  nicht  zur  Sicherheit  gereichen,  wenn  der  Bischof  von  Norwich
  und  der  Aht  von  St.  Edmund  zu  gleicher  Zeit  fortgingen.  Diese
Anwesenheit  Heinrich’s  müsste  demnach  in  das  Jahr  1185  fallen,  da
am  17.  Januar  dieses  Jahres  die  Zusammenkunft  des  Königs  mit
Philipp  August  zu  Gisors  stattfand,  bei  welcher  Gelegenheit
beide  Fürsten  das  Kreuz  nahmen.  Heinrich  kam  darauf  nach  England
und  hielt  sein  Parlament  zu  Gedington  in  Northhamptonshire,  auf
welchem  die  näheren  Bestimmungen  über  die  Unternehmung  getroffen ­
  wurden.  Von  späterer  Hand  ist  aber  in  dem  Manuscripte  des
Jocelin  der  Name  Henricus  ausgestrichen  und  dafür  Ricus  an  den
Rand  geschrieben.  Unter  der  Voraussetzung  der  Richtigkeit  dieser
Correctur  wäre  es  König  Richard  Löwenherz  und  nicht  Heinrich
gewesen,  welcher  diese  Wallfahrt  nach  St.  Edmund  gemacht  hätte.
Dass  Richard  vor  seinem  Aufbruche  nach  dem  gelohten  Lande  nach
St.  Edmund  kam,  ist  gewiss  und  die  Anwesenheit  des  genannten  Bischofs ­
  von  Norwich  wäre  auch  zu  diesem  Zeitpuncte  möglich.  Doch
der  Umstand,  dass  Jocelin  sagt,  der  König  habe  sich  einen  Monat
später,  nachdem  er  das  Kreuz  genommen,  dort  eingefunden,  ist  eher
auf  Heinrich  als  aufRichard  zu  deuten,  da  dieser  vor  seinem  Vater  das
Kreuz  nahm  und  sein  Zug  nur  die  Ausführung  seines  früher  gemachten ­
  Gelübdes  war.  Anderseits  ist  es  wiederum  unwahrscheinlich,
dass  Samson  nicht  sollte  in  Gedington,  wo  Johann  von  Norwich  das
Kreuz  nahm,  zugegen  gewesen  sein 1 .  Sonst  ist  von  weiteren
Beziehungen  Heinrich’s  zu  dem  Kloster  St.  Edmund  nur  noch  bekannt,
dass  er  demselben  einen  Kelch  schenkte 2 .
Nähere  Nachrichten  erhält  man  über  das  Verhältniss  Samson’s
zu  Richard  Löwenherz.  Sehr  bald  nach  dem  Regierungsantritte  dieses ­
  Königs,  dessen  Krönung  er  beigewohnt  hatte  3 ,  gelang  es  dem
Abte,  eine  jener  der  Grossthaten  auszuführen,  wegen  welcher  Jocelin
ihn  besonders  pries  4 ,  nämlich  die  Wiedererwerbung  von  Milden-4
 )  Die  Meinungen  über  diese  Frage  sind  getheilt.  Rokewood,  Notes  pag  127  bezieht ­
  die  Stelle  auf  Heinrich,  Yates,  History  and  Antiquities  pag.  144  nimmt
dagegen  an,  Richard  sei  gemeint.  Für  diese  letztere  Meinung  dürfte  aber  auch
der  Umstand  sprechen,  dass  Jocelin  in  seiner  Chronik  unmittelbar  vor  und  nach
seiner  Notiz  nur  von  Ereignissen  spricht,  die  in  die  Regierungszeit  Richard’s  fallen-2
 )  J  o  c  e  1  i  n  p.  34.
3 )  S.  Rokewood,  Notes  pag.  123.
4 )  Siehe  oben  XIV.  S.  211.
            
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